Basler Juso will auf Dächern neuen Wohnraum schaffen

Basler Juso will auf Dächern neuen Wohnraum schaffen

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Bestehende Bauten aufstocken statt neue Wohnhäuser errichten – das schlägt die Basler Juso als Lösung für das Problem der Wohnungsknappheit in der Stadt vor. Sie will in Basel so „zeit- und geldsparend“ für bis 15‘000 Menschen neuen Wohnraum schaffen.

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So könnte ein Mehrfamilienhaus mit zusätzlichem, aufgestocktem Wohnraum aussehen.

„Basel braucht dringend zusätzlichen Wohnraum“, hält die Juso in ihrer Medienmitteilung fest und verweist darauf, dass die Leerwohnungsquoten seit 2013 im Kanton Basel-Stadt unter 0,5 Prozent liegen. Die Ablehnung der Stadtrandentwicklungsprojekte Süd und Ost habe gezeigt, dass eine weitere Ausdehnung der Siedlungsfläche nicht möglich sei. „Dazu besteht nur eine Alternative: die konsequente Verdichtung des Bestands.“  Geschehen soll dies mittels eines Dachaufbausystems im Holzelementbau.

Weil ein Grossteil der dafür in Frage kommenden Bauten gemäss Juso aus der Gründerzeit stammt,  weisen die Gebäude Ähnlichkeiten auf. Das gilt etwa für die Anordnung von Treppenhaus, Nasszellen und Zimmer. Diese folgt bestimmten Regeln auf die das System „Basler Dach“ reagieren soll. „Die statischen Dimensionen sind zudem relativ klein“, heisst es in der Broschüre zu den Aufstockungen der Juso. Die vertikale Lastabtragung der Aufstockung sei in den meisten Fällen „problemlos lösbar“.  Illustriert wird dies anhand einer konkreten Fallstudie, mit einem Mehrfamilienhaus an der Fellenbergstrasse. Es umfasst pro Etage jeweils eine Wohnung. Unter Miteinbezug des in Basel üblichen Sonneneinfallwinkels von 45 Grad zur gegenüberliegenden Häuserzeile wurde eine maximale Dachhöhe errechnet, die drei zusätzliche Geschosse auf dem Dach möglich machen würde.

Argumente, dass sich ein solches Projekt nicht auszahlt, lässt die Juso nicht gelten und erstellte deshalb gleich noch eine Renditerechnung für das Projekt. Bei dem Beispiel an der Fellenbergstrasse fiele somit  auf das Eigenkapital von rund 150‘000 Franken eine Rendite von 7 Prozent ab. Es könne also keine Rede davon sein, dass sich eine Aufstockung finanziell nicht lohne.

Damit das Dach getestet werden kann, soll auf einer kantonseigenen Immobilie ein solches Pilotprojekt installiert werden. Private Hauseigentümer könnten dann davon profitieren, in dem sie die Idee adaptieren und übernehmen. Zudem schlägt die Juso vor, die Bauvorschriften dahingehend zu lockern, dass Häuser einfacher aufgestockt werden können.

Die Vision der Juso kommt gut an. Das gilt laut der aktuellen Ausgabe der Basler Zeitung (BaZ) etwa für den baselstädtischen Hauseigentümerverband. Wie der Geschäftsführer des Verbands und FDP-Grossrat Andreas Zappalà gegenüber der BaZ erklärte, könnte er sich vorstellen, die Idee eines kantonalen Pilotprojektes zu unterstützen. Ähnlich tönt es gemäss der Zeitung auch beim Gewerbeverband, wo man sich allerdings an einer damit verbundenen Stärkung des Mieterschutzes stösst. Und auch beim Bau- und Verkehrsdepartement sieht man die Idee der Juso positiv. (mai)