Basels geplanter Claraturm polarisiert

Basels geplanter Claraturm polarisiert

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Der Claraturm der Morger + Dettli Architekten, der anstelle der Warteckhäuser im Kleinbasel zu stehen kommen soll polarisiert. Nachdem der Grosse Rat den dafür nötigen Bebauungsplan abgesegnet hatte, wurde das Referendum dagegen ergriffen. Am 24. November entscheidet nun das Stimmvolk.
 
Der geplante Claraturm, Visualisierung
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zvg

Der geplante Claraturm, Visualisierung

 
Das 96 Meter hohe Gebäude, das entfernt an einen Papierstapel erinnert, passt nicht allen: SVP-Mitglieder wollen die alten Häuser retten die dem Hochhaus zum Opfer fallen, Grüne fürchten einen zu grossen Schattenwurf und der Mieterverband will sich gegen angeblich teure Mieten wehren, obwohl sich die Mieten laut Baudirektor Hans-Peter Wessels im mittleren Preissegment bewegen.
 
Im August kam schliesslich ein Referendum gegen den Plan zustande. Damit liegt der Ball nun am 24. November beim Stimmvolk. Mit dem Referendum lassen sich die baufälligen Warteckhäuser zwar nicht retten – abgerissen werden sie so oder so – aber der Turm könnte verhindert werden. „Sollte die Bevölkerung den Turm nicht wollen, werden wir eben eine fünfgeschossige Randbebauung realisieren“, erklärte Riccardo Boscardin, Head Global Real Estate Switzerland der UBS Fund Management AG, laut der „Basler Zeitung“ (BaZ). Mit der Randbebauung erhielte Basel aber bloss 50 statt der im Turm geplanten 170 Wohnungen.
 
Auf der Website der BaZ meldet sich nun auch Architekt des umstrittenen Projekts in einem Interview zu Wort. Die maximale Schonung der Freiflächen könne nur durch eine innere vertikale Verdichtung erreicht werden, ist er überzeugt. Darüber hinaus sei der Claraturm „die städteräumlich richtige Antwort auf die Veränderungen rund um das Messeareal“. Der grossmasstäbliche Messebau mache die Randbebauung zu einer reinen Karikatur. Was  den Schattenwurf anbelangt, sieht Morger keine Probleme: „Das Hochhaus verschattet wegen seiner idealen Lage weder angrenzenden Wohnbauten noch Plätze oder Parkanlagen.“ Auf die Frage nach den Mieten, die sich zwischen 1300 und 1600 Franken bewegen sollen, obwohl es sich dabei um zentrale und moderne Wohnungen handelt, meint er: „Die Bauherrschaft will im Claraturm für eine breite Bevölkerungsschicht Wohnungen anbieten.“ Der geplante Wohnungsmix mit wenigen 1-, 4- und 5-Zimmerwohnungen und vielen 2- bis 3-Zimmerwohnungen sei aus ortsspezifischer Sicht richtig, weil er ein ausgewongenes und breites Mieterspektrum erwarten lasse. (mai)
 
Das Interview auf BaZ-Online finden Sie HIER