Basel will nicht zahlen

Basel will nicht zahlen

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Das Basler Stadtcasino soll für rund 70 Millionen Franken saniert werden. Deshalb beantragte die Basler Casinogesellschaft dem Regierungsrat eine Beteiligung von 35 Millionen. Die Basler Regierung lehnte dies zwar ab, erklärte sich aber bereit, einen Minimalbeitrag an die Sanierung des Gebäudes zu leisten.
 
 
Die Kosten der Sanierung und des Teilumbaus seien mit circa 71 Millionen Franken sehr hoch, heisst es in der Medienmitteilung des Regierungsrates. Dieser Betrag liegt relativ nahe bei den veranschlagten Kosten für den Neubau von Zaha Hadid, den das Stimmvolk 2007 bachab geschickt hatte. Das Sanierungs- und Umbauprojekt verfügt laut Mitteilung allerdings weder über dessen bauliche, noch über dessen städteplanerische Vorteile und dessen Mehrwert. Das Preis-Leistungsverhältnis stimme nicht, erklärte dazu Stadtpräsident Guy Morin gegenüber der „Basler Zeitung“ (BaZ). Denn für das Zaha-Hadid-Projekt hätte die öffentliche Hand gerade mal fünf Millionen bezahlen müssen. Überdies sind laut Morin die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, weil die Casino-Gesellschaft den Pachtvertrag mit der Gastrag AG bis 2027 verlängert hat und dies die Gestaltungsmöglichkeiten im Gebäude zu stark einschränkt.

Missverständnisse...

Morin habe zwar mehrfach betont, dass er einen Neubau einer Sanierung vorziehen würde. Doch gleichzeitig habe er die Projektführung für sich reklamiert und eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der drei Chefbeamte Einsitz nahmen, darunter Morins Generalsekretär Marc Steffen sowie der abgesägte Kulturchef Michael Koechlin, berichtet die BaZ in ihrer aktuellen Ausgabe. In drei gemeinsamen Sitzungen sei das Projekt diskutiert worden und die Casino-Gesellschaft habe im März auf Vorschlag der Staatsdelegierten bei der Regierung das Finanzierungsbegehren gestellt. Das sei alles ein Missverständnis, erklärte Morin gegenüber der BaZ. Die Chefbeamten hätten nie seine Haltung zum Projekt zum Ausdruck gebracht, sondern bloss die Aufgabe gehabt, die Vorschläge der Casinogesellschaft zu „plausibilisieren“. Die Casinogesellschaft mache es sich zu billig, wenn sie geglaubt habe, die Regierung würde einfach ihrem Projekt zustimmen. Wie in der Zeitung zu lesen ist, hat Morin den schwarzen Peter gestern seinem in Ungnade gefallenen Kulturchef zugeschoben, der ihn nicht informiert habe. Dass ihn sein „offensichtlich auch weiter in Würde stehender Generalsekretär“ nicht informierte, habe Morin nicht erwähnt.

Fragezeichen bei der Casinogesellschaft

Bei der Casinogesellschaft ist man ob des Neins der Regierung ratlos und will an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Herbst die neue Ausgangslage besprechen. Derweil soll die Casino-Gesellschaft ihre Vorschläge laut Morin für die Sanierung der Haustechenik und der Klimaanlage einbringen. Der Kanton sei bereit, sich an diesen Arbeiten mit einem geschätzten Volumen von 22 Millionen Franken mit einem „Minimalbeitrag“ zu beteiligen, so Morin in BaZ. - Der Regierungsrat will sich mittelfristig die Option auf einen Neubau des Stadt Casinos offen halten. Dieser könnte in die Neugestaltung des Barfüsserplatzes mit einbezogen werden, heisst es dazu in der Medienmitteilung des Regierungsrates. Das Präsidialdepartement will dazu das Gespräch mit der Casino-Gesellschaft aufnehmen. (mai)