Bambusharter Beton

Bambusharter Beton

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Darum, dass sich Beton genauso gut mit Bambus wie mit Stahl verstärken lässt,  geht es im Projekt am Future Cities Laboratory der ETH Singapore. Die Arbeit der Wissenschaftler wurde nun für den Zumtobel Group Award nominiert, der am 22. September vergeben wird.  

Zwar gibt es fast rund um den Erdball Zementindustrien, aber nur wenige Entwicklungsländer verfügen über die Möglichkeit, Stahl zur produzieren. Dennoch ist Stahlbeton das weltweit meist verwendete Baumaterial. Eine Alternative zum Stahl könnte Bambus sein. Denn er wächst fast überall und schnell, zudem verfügt er über wertvolle Eigenschaften: Er ist äusserst beständig gegen Zugspannung. Und in seiner Fähigkeit, Zugkräften zu widerstehen, ist Bambus, der zur botanischen Familie der Gräser gehört, Holz und sogar Bewehrungsstahl überlegen. 

Zurzeit erforscht ein Team von Wissenschaftlern am Future Cities Laboratory (FCL) der ETH Singapur das Potenzial von Bambus und beschäftigt sich mit neuen Arten von Verbundwerkstoffen aus Bambus. Dazu werden Bambusfasern extrahiert und mit Klebstoffen auf biologischer Basis vermischt. Mit Hilfe einer Heisspresse kann so ein neuer Werkstoff hergestellt werden, der die gewünschte Form aufweist. Er ist wasserabweisend, widerstandsfähig gegen Insekten- oder Pilzbefall. Des Weiteren sind seine mechanischen Eigenschaften, wie Wärmeausdehnung oder Formbarkeit, kontrollierbar. Damit lässt er sich beispielsweise für Bewehrungssysteme im Beton oder Deckenbalken und Dachkonstruktionen verwenden.

Neu entwickelte Verbundwerkstoffe aus Bambus als Bewehrungssysteme in Baubeton haben das Potenzial, den Baubetonsektor zu revolutionieren, heisst es auf der Website der Zumtobel GmbH. Dieser innovative grüne Werkstoff könne teuren und wenig umweltfreundlich produzierten Stahl ersetzen. Seine Vorteile gegenüber Stahl seien immens: höhere Zugfestigkeit, viel geringere Produktionskosten und geringeres Gewicht, Korrosionsbeständigkeit. Als weiterer Vorteil wird das rasche Wachstum von Bambus erwähnt und ausserdem, der Umstand, dass Bambus in Entwicklungsländern einfach zugänglich und für die Produktion verfügbar sei, was einen geringeren Energieverbrauch während der Produktion bewirke. (mai / Quelle www.zumtobel-group-award.com)