Balken und Bretter im Dornröschenschlaf

Balken und Bretter im Dornröschenschlaf

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Das über 800jährige Haus Nideröst gilt als eines der ältesten Holzhäuser Europas. Zurzeit lagert es zerlegt und nummeriert in einer Halle des Tierparks Goldau SZ. Und das scheint auch in Zukunft so zu bleiben.
 
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Ob das Haus Niederöst wieder aufgebaut wird, ist unsicher.
 
Denn im Masterplan des Tierparks für die Jahre bis 2020 ist der Wiederaufbau nicht vorgesehen. Bis 2020 werde das Haus nicht wieder aufgebaut, erklärte Tierparkdirektorin Anna Baumann dazu gegenüber dem „Boten der Urschweiz“. Dass sich daran in zehn Jahren etwas ändern wird, damit rechnet sie nicht: Die Kosten um das Haus wieder aufzustellen, wären derart hoch, dass sie persönlich nicht mehr daran glaube.
 
Einst stand das Haus in Schwyz. Seine zweigeschossige Konstruktion mit dem flachen, so genannten „Tätschdach“ ist typisch für ein mittelalterliches Wohnhaus der Region. Weil aber an seiner Stelle ein Neubau errichtet werden sollte, musste es weichen. Nach langen Auseinandersetzungen zwischen Denkmalschützern und den Eigentümern wurde es 2001 unter wissenschaftlicher Aufsicht abgebaut. Um dies zu ermöglichen, entliess man das Haus aus dem kantonalen Inventar der geschützten und schützenswerten Bauten und Objekte (Kigbo). Die Schwyzer Regierung versprach den Wiederaufbau an einem neuen Platz. Auch dies klappte nicht. Wenige Jahre später baute man das Haus zu Studienzwecken auf, was dem Holz weiter zusetzte. Das Ballenberg Museum inspizierte das geschichtsträchtige Gebäude und zeigte kein Interesse.
 
Schliesslich schenkte der Kanton das Haus dem Tierpark Goldau. Wobei er aber klar machte, dass er sich nicht an einem Wiederaufbau beteiligen werde. Der Tierpark rechnete mit Kosten von rund 850'000 Franken um das Haus wieder aufzubauen und dem Publikum zugänglich zu machen. Gemäss Baumann dürften die Kosten jedoch deutlich höher ausfallen. Wegen des schlechten Zustandes der Balken müssten sehr viele Teile ausgewechselt und praktisch ein neues Haus gebaut werden. Laut dem „Boten der Urschweiz“ war bereits beim Abbruch klar, dass sich mehr als ein Drittel nicht mehr verwendet lässt. – Immerhin bleiben die Einzelteile aber weiter eingelagert. (mai)