Bald keine Ölheizungen mehr im Kanton Zürich?

Bald keine Ölheizungen mehr im Kanton Zürich?

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Wissenschafter machen sich für einen Kanton Zürich ohne Ölheizungen stark: Niklaus Haller von der ETH Forschungsgruppe Gebäudetechnik hat gestern eine Einzelinitiative eingereicht, die verlangt, dass CO2-Emissionen aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen bis 2035 schrittweise auf Null gesenkt werden müssen. Unterstützt wird die Initiative von einer Reihe namhafter Wissenschafter.

Wie CO2-frei geheizt  und Warmwasser aufbereitet werden soll, legt die Initiative allerdings nicht fest. Damit haben Hausbesitzer die Wahl, ob sie beispielsweise auf Sonnenenergie, Schnitzelheizungen oder auf Erdsonden setzen.

Unterstützt wird Hallers Initiative von einer schillernden Gruppe von 43 Wissenschaftern . Medienberichten zufolge gehören etwa der Städtebauer Vittorio Lampugnani, ETH-Rektorin Sarah Springman, ETH-Architekturprofessor Kees Kristianse und Hansjürg Leibundgut, emeritierter Professor für Gebäudetechnik an der ETH und ehemaliger Chefbeamter im Bereich des Lufthygiene und Gebäudetechnik bei der kantonalen Baudirektion. Für Leibundgut drängt die Zeit. Man müsse viel mehr tun für den Klimaschutz und zwar schnell, appellierte er montags im Zürcher Rathaus an die Öffentlichkeit. Sowohl Stadt und Kanton hätten sich hehre Klimaziele gesetzt, doch einen Plan, wie diese zu erreichen seien, gebe es nicht, zitierte ihn der Tages-Anzeiger in seiner aktuellen Ausgabe. Damit sich dies ändert unterstützen Leibundgut und seine Kollegen die Initiative.

Ob die Initiative auf Interesse stösst wird sich erst noch weisen müssen. Laut Tages-Anzeiger haben die Wissenschafter bereits abgeklärt, wie die Initiative im Kantonsrat ankommt. Wie Leibundgut gegenüber der Zeitung erklärte, ist ihr die Unterstützung von Rot-Grüns sicher. Die 60 Stimmen für die vorläufige Unterstützung werde die Initiative locker schaffen.

HEV will Anreizsysteme statt Vorschriften

Derweil ist der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) vom Ansinnen der Wissenschafter wenig begeistert. Energieverbrauch und Treibhausgasausstoss reduzieren seien unterstützungswürdige Ziele, heisst es im heute veröffentlichten Communiqué zur Initiative. Dabei dürften die ökonomischen Aspekte aber nicht aus den Augen gelassen werden. Der Verband verweist auf den gegenwärtig sehr tiefen Ölpreis. Hier von kostenneutralen Alternativen beim Ersatz von fossilen Heizungen zu sprechen ist laut HEV „schlicht Augenwischerei“. Nur wenn Erneuerungen und der Ersatz von Heizungen auf die entsprechenden Objekte und Lebenszyklen abgestimmt vorgenommen werden könnten, sei auch eine ökonomisch tragbare Energiewende möglich. Gemäss HEV braucht dafür anstelle von weiteren Vorschriften gezielte Anreizsysteme insbesondere im Steuerbereich. (mai)