Bahnstrecke Mendrisio-Varese: Es dauert

Bahnstrecke Mendrisio-Varese: Es dauert

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Dieser Tage wurde die Bahnlinie Mendrisio-Stabio eingeweiht. Eigentlich hätte der Zug bis ins italienische Varese weiter fahren sollen. Denn auf italienischer Seite sind die Bauarbeiten unter anderem wegen natürlichen Arsenfunden sowie deren Entsorgung eingestellt worden. Nun schreiben FSI schreiben den Auftrag neu aus.

Ab Mitte Dezember verkehrt die Tilo-Linie S40 zwischen Stabio, Mendrisio und Como, allerdings bloss während der Hauptverkehrszeiten. Das heisst zwischen 5 und 8 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr. Grund ist der Umstand, dass der italienische Teil der neuen grenzüberschreitenden Bahnstrecke noch nicht fertig erstellt ist. Eigentlich hätte die neue Linie kommenden Mai pünktlich zur Mailänder Expo eröffnet werden sollen, schliesslich rechnete man Ende 2016 mit der Inbetriebnahme. Grund dafür war natürliches Arsen, das man auf italienischer Seite im Boden gefunden hatte und das hätte fachgerecht entsorgt werden müssen. Die Suche nach einer entsprechenden Deponie gestaltete sich schwierig. Und als man endlich eine gefunden hatte, fehlte es laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung offenbar an den nötigen Bewilligungen der Behörden. Zuletzt stellte das von den Ferrovie dello Stato Italiane (FSI) beauftragte Bauunternehmen  ICS Grandi Lavori Claudio Salini die Bauarbeiten ein.

Nun wird es noch länger dauern, bis die ganze Strecke wie geplant betrieben werden kann. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wurde der ICS dieser Tage von den FSI der Auftrag gekündigt, weil das Bauunternehmen zusätzlich 52 Millionen Euro für die Fortführung der Bauarbeiten verlangt hatte. Derweil wirft die ICS gemäss NZZ den FSI vor, nur eine halbe Million bezahlen zu wollen. - Der gesamte Bauauftrag für die Fertigstellung der italienischen Strecke müsse neu ausgeschrieben werden, so ein Sprecher der RFI.

Projekt wird neu ausgeschrieben

Die RFI rechnet man mit einer Ausschreibungsphase von sechs Monaten. Mit einer Eröffnung des italienischen Streckenabschnitts sei erst für Mitte 2017 zu rechnen. „Italien hat uns gegenüber seine Pflicht nicht erfüllt“, ärgerte sich der für den Verkehr zuständige Tessiner Staatsrat Claudio Zali (Lega) an der Eröffnungsfeier die erneute Verzögerung. Nicht nur deswegen dürfte die Strecke für Unmut sorgen: Im Dezember 2012 hatten die Schweiz und Italien ein Abkommen unterzeichnet, das dem südlichen Nachbarn ein zinsvergünstigtes Darlehen in Höhe von 230 Millionen Franken garantierte. Der Bund sicherte diese Gelder zu, damit Italien die Zulaufstrecken zur Neat ausbauen kann. Wie ein Sprecher RFI auf Anfrage erklärte, gehört die Bahnlinie Mendrisio-Varese aber nicht zu dieser Förderkategorie. Hingegen werde die Bahnlinie am Lago Maggiore werde dagegen mit Schweizer Mitteln auch auf italienischer Seite für den Güterverkehr ausgebaut.  (mai / Material der SDA)