Bahnhofstrasse soll neuen Platz erhalten

Bahnhofstrasse soll neuen Platz erhalten

Gefäss: 
 
Die Zürcher Bahnhofstrasse soll beim Rennweg vor dem Haus zur Trülle einen neuen Platz erhalten. Dazu werden die Sihlstrasse und die Bahnhofstrasse im Bereich, wo der Rennweg einmündet, weitgehend vom Autoverkehr befreit. Die Uraniastrasse erhält wieder Gegenverkehr.
 
 
Die Zürcher Innenstadt soll für die Fussgängerinnen und Fussgänger und die Geschäfte aufgewertet werden, wie das Tiefbauamt der Stadt Zürich am Donnerstag mitteilte. Die Stadt schätzt die Gesamtkosten auf rund 13 Millionen Franken. Von der Neugestaltung erhofft sich die Stadt weniger Emissionen, mehr Passantinnen und Passanten, Ruhe für Gäste und mehr Platz für die Boulevardgastronomie.
  
Da es sich bei der Uraniastrasse um eine Staatsstrasse handelt, ist der Regierungsrat für die Genehmigung zuständig. Im Falle einer allseitigen Zustimmung beginnen die Bauarbeiten frühestens 2016. Im kommunalen Verkehrsplan ist vorgesehen, die Sihlstrasse zwischen St.-Anna- Gasse und Bahnhofstrasse sowie die Bahnhofstrasse bei der Einmündung des Rennwegs weitgehend vom Autoverkehr zu befreien. Geplant sind auch in der Uraniastrasse zwei Auto-Fahrstreifen Richtung See (wie bisher) und ein Fahrstreifen Richtung Bahnhof.
  
Um die St.-Anna-Gasse zwischen Pelikan- und Sihlstrasse, die Sihlstrasse zwischen St.-Anna-Gasse und Bahnhofstrasse sowie den Platz mit dem Herkulesbrunnen zum Fussgängerbereich zu machen, würden in diesen Strassenabschnitten Fahrverbotszonen für Motorfahrzeuge signalisiert. Zugelassen wären weiterhin Fahrten für den Güterumschlag, Taxis, Cars und Vorfahrten für Hotellogiergäste.
  
Durchgehende Fussgängerachse
 
Mit der neuen Verkehrsführung entsteht gemäss Mitteilung eine durchgehende Fussgängerachse zwischen dem Paradeplatz und dem Hauptbahnhof, die nur durch die Querung der Uraniastrasse unterbrochen wird. Keinen Einfluss hat die Umgestaltung auf den Tramverkehr. Die Stadt ist überzeugt, dass das Projekt umsetzbar ist. Nebst städtebaulichen Aspekten und verkehrstechnischen Abklärungen untersuchte sie auch die wirtschaftlichen Folgen einer Verkehrsberuhigung an der Sihlstrasse und dem Platz vor dem Haus zur Trülle.
  
Das Vorhaben ist ein Projekt von Stadtverkehr 2025 zur Förderung des Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehrs. Der Projektzwischenstand wurde Mitte Jahr den betroffenen Geschäften mitgeteilt. Am Donnerstag erfolgte die 30 Tage dauernde Planauflage.
  
Betroffene reagieren mehrheitlich positiv
 
Gewerbetreibende an der Sihlstrasse, insbesondere aus dem Gastgewerbe und Detailhandel, äusserten sich positiv zu den geplanten Veränderungen. Die Geschäftsinhabenden an der Bahnhofstrasse rechnen hingegen nicht mit grossen Veränderungen, da die Bahnhofstrasse ohnehin schon als Fussverkehrszone wahrgenommen werde. Einzelne Gewerbetreibende befürchten eine erschwerte Zufahrt für Anlieferungen, Beeinträchtigungen während der Bauzeit und Stau bei der Zufahrt zum Parkhaus Jelmoli.
  
Um sicherzustellen, dass das Projekt umsetzbar ist und um die Auswirkungen des Projekts einzuschätzen, führten das Tiefbauamt und die Dienstabteilung Verkehr Verkehrsstudien durch. Diese zeigten unter anderem, dass die einstreifige Verkehrsführung in der Uraniastrasse Richtung Hauptbahnhof die durchschnittliche Verkehrsmenge von knapp 900 Fahrzeugen pro Stunde, die von der Sihlporte her zufliesst, zu bewältigen vermag. (sda)