Bahnhof Bern: Mehr Erdbebensicherheit für Perrondächer

Bahnhof Bern: Mehr Erdbebensicherheit für Perrondächer

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Das Parkhaus Grosse Schanze und ein Teil der Perrondecke des Bahnhofs Bern erfüllen die heute geltenden Anforderungen bezüglich Erdbebensicherheit nicht. Das hat eine Risikoanalyse ergeben. Der betroffene Teil des Gebäudekomplexes wird nun bis 2017 saniert.

Bern gehöre zwar zur Zone mit der geringsten Gefährdung bezüglich Erdbeben in der Schweiz, sagte Jürg Stöckli, Leiter SBB Immobilien, vor den Medien in Bern. Es bleibe aber ein Restrisiko. "Das nehmen wir sehr ernst", fügte er an. Allerdings sei die geplante Sanierung nicht ganz einfach zu bewerkstelligen: Bauliche Sofortmassnahmen sind laut Stöckli wegen der Komplexität der Gebäudestruktur nicht möglich. Man wolle jedoch die Sanierung möglichst rasch einleiten. Vorgesehen ist, dass noch in diesem Jahr ein Vorprojekt entsteht. Nach dem Auflage- und Bauprojekt sowie dem Bewilligungsverfahren soll dann 2017 die Sanierung ausgeführt werden.

Bauliche Mängel

Der mittlerweile 56-jährige Gebäudekomplex hat als Folge der Abnützung bauliche Mängel, wie die SBB und die Grosse Schanze AG festhalten. So sei die Decke über den Perrons an manchen Stellen wasserdurchlässig und müsse deshalb saniert werden. Um diese Arbeiten ausführen zu können, ist gemäss den Normen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) unter anderem ein Nachweis zu erbringen, inwiefern die Konstruktion einem Erdbeben standhalten würde. Die Bauwerkseigentümer gaben deshalb eine Risikoanalyse in Auftrag. Diese brachte die strukturellen Schwächen bei der Erdbebensicherheit zum Vorschein. Nach dem Abschluss der geplanten Arbeiten werde der Gebäudekomplex aus Parkhaus Grosse Schanze und Perrondecke den Anforderungen an die Erdbebensicherheit entsprechen, teilten die Verantwortlichen weiter mit.

Bahnbetrieb nicht beeinträchtigt

Beim Bahnbetrieb gebe es dadurch im Moment keine Beeinträchtigung, sagte Stöckli. Gewisse allfällige Einschränkungen könnten wohl eher bei der Perrondecke oder der Einfahrt beim Parking entstehen. Im Moment sei dazu aber nichts bekannt, da zuerst das Vorprojekt zu erarbeiten sei, sagte Stöckli.

An der Grossen Schanze AG sind die Stadt Bern mit 36 Prozent, die SBB mit 34 Prozent, die Post mit 19 Prozent und Private mit 11 Prozent beteiligt. Die Gesamtkosten für die erforderlichen Massnahmen betragen rund 14 Millionen. Sie werden anteilsmässig von den Eigentümern getragen. (sda)