Bahnausbau: Zürich hat die Nase vorn, Basel im Hintertreffen

Bahnausbau: Zürich hat die Nase vorn, Basel im Hintertreffen

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Teaserbild-Quelle: SBB

Ein Tunnel zwischen Zürich und Winterthur hat Priorität. Eine Metro in Basel und ein Tiefbahnhof in Luzern hingegen nicht. Das geht aus Plänen des Bundesamtes für Verkehr hervor.

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SBB
Zürich kann mit weiteren Investitionen in seine Bahnanlagen rechnen

Der Direktor des Bundesamts für Verkehr (BAV), Peter Füglistaler, hat an einer Präsentation vor Parlamentariern dargelegt, wie der nächste Schritt beim Ausbau des Schweizer Bahnnetzes ausehen könnte. Laut der "NZZ am Sonntag" will der Bund sieben oder zwölf Millionen Franken zusätzlich in die Infrastruktur investieren. Die bereitstehenden Projekte übersteigen den Betrag allerdings. Gesetzt sind laut der Zeitung der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur sowie der Ausbau zwischen Yverdon und Genf.
Zweite Priorität hätten der weitere Ausbau des Lötschberg- Basistunnels, der zweite Zimmerbergtunnel zwischen Thalwil und Zug sowie ein weiteres Projekt im Raum Zürich. Die Pläne für eine Metro in Basel, den neuen Luzerner Tiefbahnhof und die Direktlinie von Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds wurden unter den Projekten der dritten Dringlichkeitsstufe eingereiht.

Sockel des Ausbauschritts
Es wird der nächste grosse Schritt beim Ausbau des schweizerischen Bahnnetzes. Schon 2014 haben alle Regionen und Bahnen ihre Wünsche für diesen sogenannten Step mit dem Horizont 2030/35 angemeldet. Sie summieren sich auf weitaus höhere Beträge, als finanzielle Mittel vorhanden sind.
Der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur sowie der Ausbau zwischen Yverdon und Genf zählen gemäss Füglistalers Präsentation zum Sockel des Ausbauschritts, der den "grössten Handlungsbedarf" abbildet. In diese Kategorie gehört zudem der Aufbau eines Express-Netzes für den Güterverkehr.
Von diesem Sockel unterscheidet das BAV eine zweite Gruppe von sogenannt "möglichen Modulen". Dazu gehören der weitere Ausbau des Lötschberg-Basistunnels, der zweite Zimmerbergtunnel sowie ein weiteres Projekt im Raum Zürich: entweder der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen mit einem vierten Gleis oder eine Umfahrungslinie für Güterzüge um Zürich, allenfalls mit einem neuen Gubristtunnel.

Auf dem Abstellgleis
Weil diese Projekte alle zwischen 500 Millionen und 2 Milliarden Franken kosten, wird es danach sehr eng für jene Pläne, die als "weitere netzrelevante Module" bezeichnet werden. Aufs Abstellgleis zu geraten drohen unter anderem der unterirdische Durchgangsbahnhof für Luzern und das Projekt der trinationalen S-Bahn in Basel, die als sogenanntes "Herzstück" ein Tunnelsystem zwischen den Bahnhöfen Basel SBB, Badischer Bahnhof und St. Johann vorsieht.

Erst "Tendenzen"
Laut Füglistaler handelt es sich bei der Klassifizierung erst um "Tendenzen", die andeuten, welche Projekte Step 2030/35 dereinst enthalten "könnte", und die eine erste Diskussion ermöglichen sollen. Dahinter stehen aber bereits erste Bedarfs- und Kosten-Nutzen-Abklärungen, wie die "NZZ am Sonntag" weiter schreibt. Viele Parlamentarier haben denn auch die Aufstellung bereits als klare Prioritätenliste aufgefasst – und reagieren je nach Region entsprechend besorgt. (pd)