Bahnausbau: Alle wollen ein Stück vom Kuchen

Bahnausbau: Alle wollen ein Stück vom Kuchen

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: wikimedia.org, NAC, CC

Bis 2030 soll das Schienennetz in der Schweiz ausgebaut sein. Das haben Herr und Frau Schweizer am 9. Februar mit ihrem Ja zur Fabi-Vorlage und zum Bahninfrastrukturfonds beschlossen. Nun geht’s an die Umsetzung. Und das weckt viele Begehrlichkeiten. Sechs sogenannte Planungsregionen ringen um Mittel.

Der Präsident der Konferenz der kantonalen Direktorinnen und Direktoren des öffentlichen Verkehr (KöV), Matthias Michel, sprach von einem „Puzzle“, das es zusammenzusetzen gelte. Der Fonds werde wohl nicht genügend Mittel haben, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Immerhin sollen gemäss Volksentscheid Fern-, Regional- und Güterverkehr ausgebaut werden. „Es ist logisch, dass, wenn man alle Vorschläge zusammenrechnet, nicht alles finanzierbar ist“, so Michel. Der Bund werde Prioritäten setzen müssen.

Viele Wünsche

Aber welche? Das wird eine Knacknuss. Die Planungsregion Zürich möchte beispielsweise sein S-Bahnnetz ausbauen. Die Ostschweizer Kantone möchten mehr Verbindungen in und zu den Agglomerationen, bessere Anschlüsse, neue Haltestellen und mehr Fahrplanstabilität. In der Zentralschweiz wünscht man sich für den Regionalverkehr überall Halb- oder Viertelstundentakte. Der Kanton Bern fordert Taktverdichtungen, im Regional- und Fernverkehr, Zusatzzüge in Spitzenzeiten, längere Züge und neue Haltestellen. Auch in der Nordwestschweiz würde man sich deutlich mehr Verbindungen wünschen. Ausserdem soll in Basel eine Durchmesserlinie und dafür ein Tunnel zwischen dem SBB-Bahnhof und dem badischen Bahnhof realisiert werden. Die Westschweizer wollen Viertelstundentakte im Regionalverkehr, neue Haltestellen und jede halbe Stunde ein Zug auf der Simplonstrecke. Das Tessin will endlich eine Bahnlinie zwischen Lugano und dem Malcantone, neue Haltestellen und einen Halbstundentakt zwischen Locarno und Intragna.

Wer zahlt wie viel in den Fonds?

Die Wunschlisten der Regionen sind lang – und werden viel Geld kosten. Das sollen die Kantone übernehmen, indem sie in den Bahninfrastrukturfonds einzahlen. Doch gemäss KöV-Präsident Michel sind sie sich noch nicht einig, wer denn nun wie viel einschiessen soll. Der Verteilschlüssel ist zwar im Gesetz vorgegeben – aber die Kantone interpretieren die Vorgaben unterschiedlich. Am Schluss müsse wohl der Bund entscheiden, so Michel. Doch der Bund erwartet bei dieser Frage eine gemeinsame Haltung der Kantone. (sda/mt)

Quelle: 
wikimedia.org, NAC, CC
Glarnersprinter am Zürcher HB, Symbolbild