Bahn holt 2015 leicht Marktanteile zurück

Bahn holt 2015 leicht Marktanteile zurück

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Die Bahn hat 2015 im Güterverkehr erneut Marktanteile zurückerobert. Insgesamt ging die Transportleistung auf Schweizer Strassen und Schienen konjunkturbedingt leicht zurück.

Der Anteil der Strasse am Gütertransport betrug letztes Jahr 61 Prozent, jener der Schiene 39 Prozent, wie Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Dienstag zeigen. Damit konnte die Bahn ihren Marktanteil zum dritten Mal in Folge steigern. 2012 lag dieser noch bei 36 Prozent und damit nur geringfügig über dem Tiefstwert von 2009.

Auch wenn der Schienenanteil im Landverkehr noch weit unter den Rekordwerten der frühen 1980er Jahre (1980: 53 Prozent) entfernt ist - im internationalen Vergleich kann er sich sehen lassen: EU-weit wurde 2014 nicht einmal ein Fünftel aller Waren auf der Schiene befördert.

Die Transportleistung des Strassengüterverkehrs nahm gegenüber 2014 um 1,9 Prozent ab, jene der Bahn wuchs um 0,7 Prozent. Gesamthaft wurden 2015 rund 28,0 Milliarden Tonnenkilometer Güter transportiert, ein Prozent weniger als im Rekordjahr 2014. Ein Tonnenkilometer entspricht der Beförderung einer Tonne über einen Kilometer.

Weniger Binnenverkehr

Der leichte Rückgang betraf vorab den Binnenverkehr, was laut BFS mit der gedämpften Entwicklung der Schweizer Konjunktur zusammenhängen dürfte. Dort war die Bahn mit einem Minus von 11 Prozent sogar noch stärker betroffen als die Strasse (-2 Prozent).

Im Import-, Export und Transitverkehr konnte Schiene dies aber mehr als wettmachen. So wuchsen die Transportleistungen im grenzquerenden Schienengüterverkehr insgesamt um 5 Prozent. Auf der Strasse war die Abnahme im Transitverkehr am stärksten (-5 Prozent).

Sauberere Lastwagen unterwegs

Im Transitverkehr hält die Bahn einen Marktanteil von 65 Prozent. Der Transport innerhalb der Landesgrenzen hingegen wird fast im selben Ausmass von der Strasse dominiert. Dank verschärften Abgasvorschriften und technischem Fortschritt tut sie dies mit immer saubereren Fahrzeugen, wie das BFS weiter schreibt.

Der Anteil der modernsten und emissionsärmsten Fahrzeuge (Euro-Klasse 6) an der Fahrleistung der schweren inländischen Güterfahrzeuge lag 2015 bei 21 Prozent - dies nur vier Jahre, nachdem erstmals Wagen dieser Kategorie in Verkehr gesetzt worden waren. Der Fahrleistungsanteil der ältesten Euro-Klassen (0 bis 3) ging seit 2008 von 66 Prozent auf 11 Prozent zurück.

Schwere Güterfahrzeuge waren zudem letztes Jahr mit 256 Unfällen pro eine Milliarde zurückgelegter Fahrzeugkilometer vergleichsweise sicher unterwegs. Bei Personenwagen lag der entsprechende Wert bei 349 Unfällen pro Milliarde Kilometer, bei Lieferwagen bei 356 Unfällen.

Gründe für die geringere Unfallrate bei den schweren Güterfahrzeugen dürften gemäss BFS unter anderem die Aus- und Weiterbildung der Berufschauffeure, die vorgeschriebenen Ruhezeiten sowie die niedrigere Alkohol-Promillegrenze sein. (sda)