Bärenpark-Streit endet im Vergleich

Bärenpark-Streit endet im Vergleich

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Für die Stadtbauten Bern ist das Thema Kostenüberschreitung beim Bärenpark erledigt. Das Unternehmen der Stadt Bern hat sich mit der Planergemeinschaft Bärenpark auf einen Vergleich geeinigt.

 

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Der Bärenpark.

Die Planergemeinschaft verzichtet auf Honorare in der Höhe von 450 000 Franken, wie es in einer Mitteilung heisst. Dabei handelt es sich um ausstehende Resthonorare, die die Stadtbauten Bern andernfalls hätten bezahlen müssen.Die Planergemeinschaft leistet somit diesen Betrag an die Kostenüberschreitung. Die Gemeinschaft besteht aus der Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten AG und der WAM Planer und Ingenieure AG. Die Stadtbauten Bern treten ihrerseits die Schadenersatzansprüche gegen die Geologen, die damals mit der Untersuchung des Baugrunds beauftragt waren, an die Planergemeinschaft ab. Die Stadtbauten Bern machten für die Zusatzkosten nämlich nicht nur die Planergemeinschaft sondern auch die Geologen verantwortlich. 

Es geht um Zusatzkosten von 3,3 Millionen Franken für Planung und Bau des Parks. In der Ausführungsphase des Bauprojekts zeigte sich nämlich, dass die geologischen Verhältnisse nicht den Ergebnissen der vorgängigen Untersuchungen und Annahmen entsprachen. Deswegen mussten zusätzliche Hangsicherungs- und Wasserhaltungsmassnahmen ausgeführt werden. Die Planergemeinschaft und die Geologen bestritten jedoch jegliche Haftung. "Wir haben nicht nur mit den Planern, sondern auch mit den Geologen zu verhandeln versucht", sagte Guy Emmenegger, Verwaltungsratspräsident der Stadtbauten Bern, auf Anfrage. Doch die Geologen hätten von Anfang an festgehalten, sie trügen keine Verantwortung. 

Aufgrund des Vergleichs kann nun aber die Planergemeinschaft die Schadenersatzforderung der Stadtbauten Bern selbständig gegenüber den Geologen geltend machen. "Die Geologen lieferten uns die Grundlagen für die Planung", sagte Hans Klötzli von der Planergemeinschaft. Ob die Planergemeinschaft die Schadenersatzforderungen gegenüber den Geologen nun auch geltend machen werde, wollte Klötzli aber nicht kommentieren. 

Mit ihrem Vergleich wollten die Stadtbauten Bern und die Planergemeinschaft einen langwierigen und aufwendigen Rechtsstreit vermeiden, wie es in der gemeinsamen Mitteilung weiter heisst. Mit dem Vollzug des Vergleichs verzichten die beiden Parteien auf weitere Forderungen. Die Kosten für den Bau des Bärenparks beliefen sich insgesamt auf 21,3 Mio. Franken. Das ist doppelt so hoch als ursprünglich geplant und deutlich höher als die 14,5 Mio. Franken, die nach einer ersten Kostenerhöhung bis zum Herbst 2009 als Baukosten galten. Mit privaten Sponsorengeldern konnten schliesslich 11,7 Mio. Franken gedeckt werden. Nach Abzug des Projektierungskredits präsentierte der Gemeinderat dem Stadtparlament Ende März vergangenen Jahres eine Kreditabrechnung von fast 8,9 Mio. Franken.

Für die hohe Kostensteigerung beim Bärenpark gab es mehrere Gründe, wie eine Administrativuntersuchung ergab. Neben der schlechten Abklärung des Baugrunds führten auch Informationsmängel und unklare Rollen zu Problemen. (sda)

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