Azienda Elettrica Ticinese (AET) plant Windpark am Gotthard

Azienda Elettrica Ticinese (AET) plant Windpark am Gotthard

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Am Gotthard soll ein Windpark entstehen. Bis Herbst 2018 soll die erste Tessiner Anlage stehen. Dies plant die Azienda Elettrica Ticinese (AET). Der Energieversorger hat dafür eine Baubewilligung beantragt. Bereits kommendes Frühjahr sollen die ersten Arbeiten sollen starten.

Die AET will sich mit 70 Prozent an dem insgesamt 32 Millionen Franken teuren Projekt beteiligen. Dies teilte das Unternehmen gestern in einem Communiqué mit. Mit dabei sind  ausserdem die SIG aus Genf, sie beteiligen sich mit 25 Prozent, und die Gemeinde Airolo mit einer Beteiligung von 5 Prozent.

Mit dem Park auf 2130 Metern über Meer soll laut der AET der Anteil an erneuerbaren Energien im Gesamtenergiemix erhöht werden. Die fünf Anlagen am Gotthardpass haben jeweils eine Leistung von 2,35 MW - die Gesamtleistung beträgt demnach 11,75 MW. Mit dem Windkraftpark könne der Strombedarf aller Haushalte in den Bezirken Blenio und Leventina gedeckt werden, so die AET. Zudem wird in der Medienmitteilung darauf verwiesen, dass sich der Gotthard für das geplante Grossprojekt deshalb gut eignet, weil dort häufig der Wind wehe und der Gotthard  gut an das Strassennetz angebunden sei. Die nötige Leitungsinfrastruktur ist dort laut AET ebenfalls vorhanden.

Für die beantragte Baubewilligung wurden laut AET auch Richtlinien des Umweltschutzes berücksichtigt. Denn dieser Aspekt hatte in der Vergangenheit für Streit gesorgt. Zudem hatte der Tessiner Heimatschutz (STAN) 2014 gegen den Richtplan der Gemeinde Airolo Rekurs beim Staatsrat eingelegt. Unterstützt worden war er dabei auch von der Stiftung für Landschaftsschutz. Allerdings war damals der STAN nicht zum ersten Mal aktiv geworden, er hatte sich schon drei Jahre zuvor gegen den Windpark gewehrt. Damals mit Erfolg: Im Jahr 2011 hatte das kantonale Verwaltungsgericht einen Rekurs gegen die bereits vom Kanton genehmigten Pläne gut geheissen. - Die AET verspricht für die errichteten Windräder nun "Ersatzleistungen" für den Umweltschutz: Alte Deponien sollen saniert, Flora und Fauna geschützt werden sowie einige Stromleitungen unterirdisch verlegt werden.

Über eine neuerliche Opposition gegen das abgeänderte AET-Projekt habe man noch nicht diskutiert, sagte ein Sprecher des Tessiner Heimatschutzes auf Anfrage. Die Bedenken hinsichtlich der Ästhetik und des Landschaftsschutzes seien aber noch die gleichen wie vor zwei Jahren: Weil die Windräder in der Nähe des Gotthard-Hospizes errichtet werden sollen, würde sich das Landschaftsbild fundamental ändern, so der STAN-Sprecher. (mai/sda)