Automatisches Velo-Parkhaus ist ein Flop

Automatisches Velo-Parkhaus ist ein Flop

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Um dem Velo-Chaos in Winterthur Herr zu werden, wurde im Juni das Bikeloft - ein automatisches Velo-Parkhaus - eröffnet. Doch niemand benutzt es. Deshalb wird im Dezember der Stecker gezogen.

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Symbolbild

Das Projekt mit dem Namen „Bikeloft“ wurde vor zwei Jahren lanciert und sollte das Velo-Durcheinander rund um den Winterthurer Hauptbahnhof entwirren. An sich eine gute Idee. Doch bei den Velofahrern stiess das 300 000-Franken-Projekt auf wenig Liebe. Denn niemand wollte seinen Drahtesel auf einem der 40 Plätze abstellen, fand der „Landbote“ heraus. Lediglich zwei Personen haben sich seit der Eröffnung im Juni demnach für das Angebot interessiert. Aber eine dafür nötige Chipkarte holte niemand ab – obwohl sie keinen Rappen gekostet hätte.

Albert Gubler vom Amt für Städtebau ortet das Problem beim Standort des Velo-Parkhauses. Es liege zwar in der Nähe des Hauptbahnhofs, zwinge die Pendler aber trotzdem dazu, noch einige Meter zu Fuss zu gehen. Der Veloroboter sei deshalb keine Alternative zu den Abstellplätzen geworden. Die sind zwar überfüllt, liegen dafür aber direkt beim Bahnhof.

Das zweite Problem sind wohl die Masse der Boxen, in die die Velos hätten gestellt werden sollen. Sie waren nämlich für Räder mit Einkaufskörbchen, Velotaschen oder breiten Lenkern zu klein.

Vielleicht ein anderer Standort

Ganz beerdigen will man das Projekt aber doch nicht. Die Stadt sucht weiterhin nach Möglichkeiten, Ordnung in Winterthurs Velo-Chaos zu bringen. Laut Gubler ist man offen für neue Projekte – jedoch an einem anderen Standort. Angesichts der momentanen Finanzlage der Stadt ist dies in nächster Zukunft aber eher Wunschdenken. Schliesslich muss man erst sparen, damit man beim zweiten Versuch die Boxen dann auch vergrössern kann… (mt)