Autobahndeckel für neue Olma-Halle wird teurer

Autobahndeckel für neue Olma-Halle wird teurer

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Die Olma Messen wollen mit einer Überdeckung der Autobahn A1 Platz für eine grosse neue Halle gewinnen. Aber der Deckel kostet deutlich mehr, als die Verantwortlichen bisher geschätzt hatten, nämlich rund 42 Millionen Franken. Das Gesamtprojekt dürfte an die 100 Millionen kosten.

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So könnte das Gesamtprojekt aussehen.

Vor rund zwei Jahren lancierten die Olma Messen die Idee einer Überdeckung des Ostportals des Rosenbergtunnels auf der Stadtautobahn A1, damit Platz für eine neue Olma-Halle geschaffen werden kann. Anfangs ging man von Kosten für diesen Deckel im tiefen zweistelligen Millionenbereich aus. Nun liegt eine detaillierte Kostenschätzung vor, wie die Olma Messen mitteilen. Demnach soll der Bau des etwa 200 Meter langen Dachs rund 33 Millionen Franken kosten. Hinzu kommen die einmalig abgegoltenen Betriebskosten von rund neun Millionen Franken. Laut Olma-Direktor Nicolo Paganini kann das Projekt nur finanziert werden, wenn sich Kanton und Stadt St. Gallen beteiligen. Gespräche seien in den kommenden Monaten geplant.

Die geplante Halle soll etwa 10'000 Quadratmeter gross werden und damit noch grösser als die bisher grösste Halle 9. Dafür könne man jedoch das Angebot erweitern, heisst es. In den meist nachgefragten Zeiträumen für Kongresse, Events und Personalfeste zwischen Februar und Mai sowie zwischen September und November seien neu mehr Parallelnutzungen möglich. Ausserdem könnten Events wie etwa Grosskonzerte oder Sportveranstaltungen angeboten werden. Bisher reichten die Räumlichkeiten dafür nicht aus. Paganini erachtet eine Weiterentwicklung des Messe-Angebots als «dringend nötig». Die Halle 1 sei zum Beispiel nicht mehr zeitgemäss und deshalb bei Ausstellern unbeliebt. Ausserdem sei die Nachfrage nach Veranstaltungsorten grösser als das Angebot und werde in Zukunft noch zunehmen. Mit der erweiterten Infrastruktur könne das vorhandene Marktpotenzial besser ausgenutzt werden. Im Gegensatz zum Deckel wollen die Olma Messen die Halle aus eigenen Mitteln und mit Hilfe von Bankkrediten finanzieren. Das Gesamtprojekt «Zukunftschance Neuland – Erweiterung Olma Ost» dürfte mit über 100 Millionen Franken zu Buche schlagen, schreibt die Nachrichtenagentur sda.

Nun gilt es noch, diverse rechtliche, finanzielle und politische Hürden zu nehmen; etwa eine Zonenplanänderung und ein Architektur-Konkurrenzverfahren für die Halle. Ausserdem müssen noch die Dienstbarkeiten zwischen dem Bundesamt für Strassen (Astra) und den Grundeigentümern – die Stadt St. Gallen und die Olma Messen – geregelt werden. Erst, wenn dies alles unter Dach und Fach ist, können die Bewilligungsverfahren für die Überdeckung, die Hochbauten und die Umgebung an die Hand genommen werden. Im Idealfall soll 2019 mit dem Bau des Dachs und 2021 mit dem Bau der Halle begonnen werden.

Den weiteren Planungsprozess wollen die Olma Messen transparent und nachvollziehbar machen. So werde man zu gegebener Zeit das direkte Gespräch mit Nachbarschaft und Quartier suchen. «Die Olma Messen sind ein Teil der Ostschweizer Seele. Darum ist uns der Dialog mit allen Betroffenen sehr wichtig», so Paganini. «Wir sind für den Erhalt dieses Kultur- und Wirtschaftsguts verantwortlich. Nur gemeinsam können wir den Messeplatz St. Gallen konkurrenzfähig und zukunftsträchtig machen.» (sda/mt)