Ausstellungstipp: Fritz-Haller-Retrospektive

Ausstellungstipp: Fritz-Haller-Retrospektive

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Aargauer Architekturjuwel: Fritz Hallers Gymnasium in Baden. (Port(u*o)s, wikimedia, CC)

Die Ausstellung «Fritz Haller. Architekt und Forscher» im Schweizerischen Architekturmuseum  präsentiert erstmals einen Überblick über Hallers wichtigste Bauten und Projekte – von den späten 40er-Jahren bis zu den späten 90er-Jahren.

Aargauer Architekturjuwel: Fritz Hallers Gymnasium in Baden. (Port(u*o)s, wikimedia, CC)

Fritz Haller (1924 – 2012) galt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der einflussreichsten Architekten der Schweiz. Neben den ebenfalls aus der Region Solothurn stammenden Architekten Alfons Barth, Franz Füeg, Max Schlup und Hans Zaugg war er seit den 50er-Jahren als Vertreter der sogenannten Solothurner Schule weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. ­Jedoch nahm Haller wegen seines breiten Forschungsspektrums eine eigenständige Position ein:  Er hatte zwischen 1966 und 1971 am ­Konrad Wachsmann Institute an der University of Southern California in Los Angeles geforscht und war überzeugt, dass Architekten ihre Vorstellungen erweitern müssen.Sich mit dem Bauen auseinanderzusetzen, hiess für ihn nicht nur über Konstruktionssysteme und Planungswerkzeuge ­zu diskutieren, sondern auch, die gesellschaftliche Rolle des Architekten zu hinterfragen.

Hallers Werk umfasst ein breites Spektrum unterschiedlichster Bauten und Projekte: Wohn- und Geschäfts­häuser ebenso wie Industriehallen und Maschinenfabriken. Zu seinen frühen Bauten gehört eine Reihe von Schulhäusern, durch die er sich früh den ­Respekt des internationalen Architekturdiskurses ­gesichert hatte. Zu nennen sind beispielsweise die Projekte Primarschule Wasgenring  (1951 – 1955), Schule Bellach (1959 – 1960), Kantonsschule ­Baden (1956 – 1964) oder die Höhere Technische Lehranstalt Brugg-Windisch (1961 – 1966). Hallers Denken bewegte sich entlang den Grenzen eines Fragenspektrums, das von ersten Experimenten mit Geometriemodellen zu Beginn der 1960er-Jahre über die Entwürfe der Baukasten- und ­Installationssysteme bis hin zur Konzeption von globalen Stadtmodellen und der Entwicklung von digitalen Planungswerkzeugen an der Universität Karlsruhe in den 90er-Jahren reicht.

Das in Zusammenarbeit mit der Firma USM entwickelte ­Möbelsystem «USM Haller» avancierte zu einer Marke von Weltrang und befindet sich auch in  der ständigen Designsammlung des New Yorker ­Museum of Modern Art. (mai/mgt)

«Fritz Haller. Architekt und Forscher» , bis 24. August
Ort: Schweizerisches Architekturmuseum, Basel
Öffnungszeiten: Di bis Mi. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20.30 Uhr, Fr. 11 bis 18 Uhr, Sa. und So. 11 bis 17 Uhr
Weitere Infos: www.sam-basel.org