Ausstellungstipp: BBC/ABB und Baden, eine Schicksalsgemeinschaft

Ausstellungstipp: BBC/ABB und Baden, eine Schicksalsgemeinschaft

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Gruppenfoto um 1952 von Angestellten der ABB mit einem Wasserkraftgenerator für das Nilkraftwerk Assuan. (Archiv-BBC) 1/3

BBC/ABB prägt die Entwicklung Badens bis heute. Anlässlich seines 125-Jahre-Jubiläums hat ihm das Historische Museum Baden eine Sonderausstellung gewidmet. Sie zeigt, wie eng die Geschichte der Bäderstadt und jene des Weltunternehmens miteinander verbunden sind. 

Vor 125 Jahren gründeten die genialen Erfinder und Industrie-Pioniere Charles Brown und Walter Boveri die Firma BBC (Braun Boveri & Cie.).  Sie sollte zu einem grossen Stück schweizerischer Industriegeschichte werden, indem sie etwa die Elektrifizierung der Schweiz mitgestaltete, Kraftwerke ausrüstete, Lokomotiven baute und die Gotthardbahn elektrifizierte. Auch der ersten Turbolader und die erste Gasturbine der Welt stammten von BBC. Zudem hatte BBC die Dampfturbine zur Serienreife gebracht.

1988 fusionierte das Unternehmen schliesslich mit der schwedischen ASEA zur heutigen ABB. Der Sitz des Unternehmens ist in Baden geblieben. Längst ist das Weltunternehmen BBC/ABB aus der Entwicklung Badens nicht mehr wegzudenken. Bis heute prägt es die Bäderstadt. Das Historische Museum Baden widmet der vielfältigen Beziehungen zwischen Baden und seiner Industrie zum 125-Jahr-Jubiläum eine spannende Sonderausstellung.

Mensch und Industrie als Lebensrealität

Für unzählige Personen in der Region Baden und darüber hinaus ist die BBC ein Stück ihrer Lebensbiographie. Da gibt es Grosseltern, die einst wegen der BBC in die Schweiz gekommen sind, Mütter und Väter, die sich dank der BBC kennengelernt haben. Töchter und Söhne, die in den BBC-Arbeitersiedlungen „Dynamoheim“, „Wyden“ oder „Brisgi“ aufgewachsen sind. Firmenmanager und Stadtvertreter, die sich für eine Zukunft nach der Fusion von BBC und Asea zu ABB stark machten. – Es sind viele Schicksale und Erinnerungen, die mit der Erfolgsgeschichte der Firmen verbunden sind. Davon erzählt auch die Ausstellung.

Die in den vielfältigen Dokumenten und Interviews zum Ausdruck kommenden Geschichten und Biographien stehen stellvertretend für das Geflecht zwischen Mensch, Industrie und Stadt. Neben den vielen Berichten der direkt Betroffenen, wird auch der Blick "von aussen" gezeigt: Texte von Schriftstellern, Werke von Künstlern, Reportagen von Journalisten und zahlreiche Fotografien beleuchten Geschichten aus einem neuen Blickwinkel. So richtet sich die Ausstellung in Englisch und Deutsch sowohl an Einheimische als auch an Auswärtige.

Arbeitsmigration als Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt der Schau bildet das Thema Arbeitsmigration. Im Laufe von Generationen haben zahlreiche Menschen, die für ein sicheres Auskommen, auf der Suche nach Arbeit in Baden und der weiteren Region eine neue Heimat gefunden. Ihren kulturellen Charme verdankt die Kleinstadt Baden nicht zuletzt diesen vielen „Zugereisten“. (mai)

Industriestadt BBC/ABB in Baden: Beziehungen und Schicksalsgemeinschaften bis 12. März 2017
Öffnungszeiten: Dienstag bis Mittwoch, 13 bis 17 Uhr, Donnerstag 12 bis 19 Uhr, So 10 bis 17 Uhr, Freitag bis Sonntag 13 bis 17 Uhr
Ort: Historisches Museum Baden, Landvogteischloss, Wettingerstrasse 2, 5400 Baden
Weitere Infos: www.museum.baden.ch

Buch zur Ausstellung: "Company Town" von Bruno Meier und Tobias Wildi, 184 Seiten, 187 sw Abbildungen,Verlag Hier+Jetzt, Baden 2016, ISBN 978-3-03919-406-3, 39 Franken

Die Wette zur Ausstellung

Zudem lancierte das Historische Museum Baden im Rahmen der Ausstellung zusammen mit der städtischen Fachstelle Integration zwei Wetten zum Thema Arbeitsmigration: Auslandskorrespondent und Wahlbadner Werner Van Gent wettet, dass bis zum Ausstellungsende 70 der 109 in Baden gemeldeten Nationen die Schau besuchen werden.  Und Jeanette Good, Geschäftsführerin des Vereins ABB Kinderkrippe / Diversity and Inclusion ABB Schweiz, wettet, dass sich zwei Mal 125 aktuelle ABB-Angestellte die Austellung besuchen werden. -  Die Wettauswertung findet zum Abschluss der Ausstellung am 9. März im Rahmen eines Gesprächsforums zum Thema Arbeitsmigration statt. (mai)

Mehr dazu hier: https://museum.baden.ch