Ausstellungstipp: Altmeister Alvar Aalto

Ausstellungstipp: Altmeister Alvar Aalto

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Teaserbild-Quelle: Alvar Aalto Museum / 2014, Pro Litteris, Zürich

Das Vitra-Design-Museum stellt das Werk Alvar Aaltos vor.  Neben den bekanntesten Bauten der finnischen Architekten-Ikone präsentiert die Ausstellung auch Möbel und Glasobjekte aus der Feder Aaltos.

Im Südwesten Finnlands, beinahe mitten im Wald, befindet sich ein architektonisches Juwel: das Tuberkulose-Sanatorium von Paimio. Entworfen hat den eleganten Gebäudekomplex Alvar Aalto, der Altmeister der finnischen Architektur. Zwischen 1928 und 1933 erbaut gilt das Sanatorium als eines der wichtigsten Frühwerke Aaltos. Bei dem Projekt ging es dem Architekten zu einem grossen Teil darum, die Gestaltung des Bettenhauses zu verbessern. Er konzipierte es als hohen, schlanken Block. Die Patientenzimmer ordnete er allesamt auf einer Linie an; Sie öffnen sich grosszügig gegen die Terrasse hin und lassen so viel Sonne und Luft in die Zimmer. Sowohl bei diesem wie auch bei fast allen seinen späteren Werken ist der Einbezug der Natur ein grosses Thema. Das gilt beispielsweise auch für die Villa Mairea im finnischen Noormarku, deren Treppenhaus wegen seiner Holzverstrebungen an die Baumstämme im Wald vor dem Haus erinnert. Bekannte, spätere Bauten Aaltos sind etwa das Kulturzentrum im deutschen Wolfsburg, das Studentenwohnheim von Cambridge, Massachusetts (USA) oder die Finlandia-Halle in Helsinki.


Aalto schuf aber nicht nur Ikonen der finnischen Architektur sondern auch legendäres Design. Das berühmteste und wohl meist kopierte Stück ist die asymmetrisch gewellte Aalto-Vase, die er ebenfalls in den 30er-Jahren entwarf. Mit der Form spielte Aalto auf seinen Namen an: «Aalto» bedeutet im Finnischen nämlich «Welle».  Weil Aalto auch das Design von Möbeln am Herzen lag, gründete er mit seiner Frau Aino – sie war ebenfalls Architektin – und zwei Kollegen die Firma Artek. Dies mit der Idee, um «Möbel zu verkaufen und durch Ausstellungen und andere bildende Massnahmen eine moderne Wohnkultur zu fördern».  Möbel gibt es von Artek noch immer, aber mittlerweile ist das Unternehmen statt in finnischen in schweizerischen Händen: Seit letztem Jahr gehört Artek der Möbelherstellerin Vitra.


Die Schau im Vitra-Designmuseum gibt einen Überblick über Aaltos Leben und Wirken. Neben historischen Architekturmodellen sind Originalzeichnungen, Möbel, Lampen und Glasobjekte zusehen. Es werden aber nicht nur Aaltos wichtigste Werke präsentiert. Es wird auch weniger Bekanntes vorgestellt, beispielsweise das «Experimental House» in Muuratsalo, bei dem völlig unterschiedliche Baumaterialien kombiniert wurden. (mai) ]

Alvar Aalto - Second Nature, bis 1. März 2015
Vitra Design-Museum, Weil am Rhein (D)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Weitere Informationen: www.design-museum.de