Ausstellung: Sonne, Mond und Sterne

Ausstellung: Sonne, Mond und Sterne

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Teaserbild-Quelle: Rainer Wolfensberger / Museum Rietberg

Die Gestirne bestimmen den Rhythmus von Jahreszeiten und von klimatischen Schwankungen. Seit Jahrtausenden versucht die Menschheit sie in einem zusammenhängenden System zu erklären und zu deuten. Die Ausstellung „Kosmos – Rätsel der Menschheit“ im Zürcher Rietberg Museum geht  Kosmologien und Schöpfungsmythen verschiedener Kulturen auf den Grund und nimmt gleichzeitig Bezug zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Während Jahrtausenden dienten die Gestirne als verlässliche Messgeräte, um sich in Zeit und Raum zu orientieren. Sie gaben den Takt für das Leben vor, oder vielmehr den Rhythmus der Tage, Monate, Jahreszeiten und Jahre. Zudem konnte man sich an ihnen orientieren, sie dienten unterwegs als Kompass. Besondere Monumente wie Gräber oder Tempel aber auch ganze Städte wurden nach den Sternen ausgerichtet.

Die Ausstellung zeigt anhand von Beispielen aus siebzehn Kulturen - von Nordamerika über Polynesien oder Indien bis hin zu China und Afrika - wie sich die Menschen seit Urzeiten mit dem Kosmos beschäftigt, wie sie ihn erforscht und welche Mythen sie sich über seinen Ursprung, seine Schöpfung ausgedacht haben. Mal stehen dabei mehr die Mythen, mal die Kosmologien, die Erkundung und die Beobachtung des Weltraums im Vordergrund. Ihnen werden Erkenntnisse der heutigen Astrophysik gegenüber gestellt, und schaffen so einen Bezug zum aktuellen Stand der Forschung und zur Forschungsgeschichte.

Unendliche viele Weltsysteme

So gehen etwa die frühen buddhistischen Kosmostheorien davon aus, dass es eine unendliche Anzahl von Weltsystemen gibt und dass diese Weltsysteme nicht kugelförmig im Raum angeordnet sind, sondern bandförmig, das heisst, eine Art Galaxie bilden. Die Welt ist laut diesen Theorien kein stabiles, gleichbleibendes Gebilde, sondern einem ständigen Wandel unterworfen. Dabei sind die Zeiträume des Entstehens, Vergehens und Wiederentstehens gigantisch.  Die entspricht in etwa ziemlich dem, was die heutige Kosmologie vertritt. Erstaunlich sind auch die Kosmosvorstellungen und die Rechenkunst der alten Griechen und wie dieses Wissen im europäischen Mittelalter weitgehend verloren ging. Aber auch die Präzision der chinesischen Astronomen, die kosmische Ereignisse wie das Erscheinen von Kometen vorausberechnen konnten.

Heute nimmt man an, dass alle sichtbare Materie aus dem Urknall hervorgegangen ist. Alles ist Teil des Kosmos. Das heisst, der Mensch und der Kosmos sind nicht verschieden, sondern letztlich identisch. Diese Idee, wird in vielen Schöpfungsmythen und Kosmologien vertreten, aber auch von Alchimisten und Mystikern vertreten. So umschrieb der aus Alexandria stammende Origenes (185–um 253 n. Chr.) diese Einheit folgendermassen: „Verstehe, dass du innerhalb deiner selbst Herden der Ochsen ... Herden der Schafe und Herden der Ziegen hast ... Verstehe, dass in dir auch die Vögel des Himmels sind ... Verstehe, dass du auch eine kleine zweite Welt bist, und dass in dir Sonne, Mond und Sterne sind.“

Ergänzt wird die thematisch angelegte Schau von Multimediastationen: So sind etwa die schönsten Schöpfungsgeschichten als Hörstationen integriert. Die moderne Forschung wird durch das Planetarium Zürich, das im Rietberg zu Gast ist und ein Spezialprogramm für die Ausstellung produziert hat, abgedeckt. Zudem lädt der renommierte Astrophysiker Ben Moore in einem Kurzfilm zu einer Zeitreise ein, in dem er  13,8 Milliarden auf  in 24 Stunden herunter bricht. (mai/mgt)

Kosmos – Rätsel der Menschheit, bis 31. Mail 2015
Adresse: Museum Rietberg Zürich, Gablerstrasse 15, 8002 Zürich
Weitere Informationen: www.rietberg.ch
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr | Mittwoch 10 bis 20 Uhr