Ausstellung «100 Jahre Hauenstein-Basistunnel»

Ausstellung «100 Jahre Hauenstein-Basistunnel»

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Teaserbild-Quelle: Foto: Friedrich Aeschbacher, Olten, copyright Historisches Museum Olten

Vor 100 Jahren, am 8. Januar 1916, feierte man die Eröffnung des 8134 Meter langen Hauensteinbasistunnels zwischen Tecknau und Trimbach. Ein Jahrhundert später erinnert eine Sonderausstellung im Historischen Museum Olten an den Jura-Durchstich.

Die Hauensteinstrecke verbindet die beiden Städte Basel und Olten. Hauenstein ist der Name zweier Passübergänge über die Hauptkette des Jura sowie der Name eines Ortes südlich des Scheitels des Unteren Hauensteinpasses. Unterhalb der beiden Pässe durchqueren zwei Eisenbahntunnel den Jura: Der ältere Hauenstein-Scheiteltunnel verläuft unter dem Dorf Hauenstein, während der neuere Hauenstein-Basistunnel östlich am Gemeindegebiet vorbeiführt.

Mit dem zweiten Jura-Durchstich vor 100 Jahren wurde die bisherige Hauensteinstrecke mit dem Scheiteltunnel zur Nebenstrecke. Der Nord-Süd-Bahnverkehr zwischen Basel und dem Mittelland erfuhr eine  wesentliche Erleichterung. Während der Fernverkehr heute über die Basisstrecke geleitet wird, dient die ältere Scheitelstrecke im Regelfall nur noch dem lokalen Personenverkehr. Bei Streckenunterbrüchen wird die alte Hauensteinstrecke aber auch von Schnell- und Intercityzügen genutzt. Sie benötigen dafür eine rund vier Minuten längere Fahrzeit. Für den Güterverkehr ist diese Strecke angesichts der grossen Steigungen nur schwer zu bewältigen. Dies war vor über 100 Jahren auch der Grund für den Neubau. Um die Steigungen zu bewältigen, waren meist Vorspann- und Schiebelokomotiven nötig, was den Betrieb zunehmend teurer und umständlicher machte. In Sissach und Läufelingen mussten die Züge zum Beistellen oder Abkuppeln der Zusatzloks extra einen Zwischenhalt einlegen. 1901 übernahmen die SBB das Netz der Centralbahngesellschaft, zu der auch die Hauensteinstrecke gehörte. Schon bald darauf wurde einer alternativen Streckenführung für die Scheitelstrecke gesucht. Im Jahr 1909 wurde die Streckenführung des Basistunnels beschlossen, bereits drei Jahre später mit den Vortriebsarbeiten am begonnen.

Mit dem Bau des Hauenstein-Basistunnels wurde ein Stück Schweizer Verkehrsgeschichte geschrieben. Die Route ist heute eine der meistbefahrenen Eisenbahnstrecken der Schweiz. Der Querschnitt des Basistunnels von 48 Quadratmetern erlaubt eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometern.

Die historische Dimension dieses Tunnelbaus verdeutlicht eine kleine Sonderausstellung im Historischen Museum Olten. Das Museum entführt seine Besucher unter Tage und zeigt neben Dokumenten und Originalobjekten auch eine Fotoreportage vom Bau des Hauensteinbasistunnels. (cb)

Ausstellungszeitraum: 9. Januar bis 31. Mai 2016
Ausstellungseröffnung: Freitag, 8. Januar 2016, 18.30 Uhr
Ansprache: Ruedi Moor, Präsident Museumskommission
Einführung in die Ausstellung: Luisa Bertolaccini, Leiterin Historisches Museum Olten