„Auslagerung war aus heutiger Sicht falsch“

„Auslagerung war aus heutiger Sicht falsch“

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Per Ende Jahr legen der Verwaltungsratspräsident Peter Gurtner sowie zwei weitere externe Verwaltungsräte ihr Amt bei den Stadtbauten Bern (StaBe) nieder. Damit wollen sie die Rückführung des 2003 ausgelagerten Betriebs in die Verwaltung vereinfachen. Die „Berner Zeitung“ fühlte in einem Interview Peter Gurtner auf den Zahn.
 
Im Verwaltungsrat verbleiben die beiden Gemeinderätinnen Barbara Hayoz und Edit Olibet. Davon, dass sein Verhältnis zu seinen Verwaltungsratskolleginnen getrübt sein könnte, will Gurtner nichts wissen. „Ich bin nicht verärgert. Wir sind kein Kopfnickergremium und hatten schon Auseinandersetzungen in der Sache. Aber einen Krach gibt es nicht.“ Ähnliches gilt laut Gurtner für seine beiden zurückgetretenen Verwaltungsratskollegen, Hans-Rudolf Schreiber und Erich Weber. Das Bauen müsse in der Stadt neu aufgegleist werden, erklärt Gurtner. Die aktuelle Situation sei eine Chance, dies anzugehen.
 
Zum Entscheid des Gemeinderats, dass die StaBe wieder in die Verwaltung integriert werden sollen, weist er darauf hin, dass die Selbstständigkeit der StaBe nicht besonders gross sei. „Da das Bauen stark mit der Politik zusammenhängt, war die Auslagerung aus heutiger Sicht falsch“, so Gurtner. Allerdings ist es in seinen Augen mit einer Rückführung alleine nicht getan: „Es braucht die Diskussion, wie das Bauen künftig in Bern aufgegleist werden soll. Und diese muss über die StaBe hinaus führen.“ Die Entwicklung könne Richtung Baudirektion gehen. Im Zusammenhang mit dem Debakel um den Feuerwehrstützpunkt und um den Bärenpark waren die StaBe zunehmend unter Druck geraten, dabei wurde auch von Filz gesprochen. Dies treffe aufgrund der Fakten nicht zu, hält Gurtner fest. Rückblickend meint er aber, dass man eventuell früher die Strukturen der StaBe hätte reden müssen. Man müsse aber sehen, dass 400 von 450 Angestellten den Bereich „Immobilien“ bewirtschaften und verwalten, Das sei besser als vorher gelaufen. „Zum Problem wurde der Bereich ‚Bauen’. Er ist zwar klein, aber extrem politisch.“
 
Eines der letzten Projekte in Gurtners Karriere als Verwaltungsratspräsident wird wohl die Suche nach einem neuen CEO für die StaBe sein: „Wir haben schon bei der Ankündigung, dass Rudolf Lanzrein geht, angetönt, dass wir eine interne Lösung anstreben. Mit der Aussicht, dass im Frühjahr über die Zukunft der StaBe abgestimmt wird, finden wir keinen ‚Big Shot’ auf dem freien Markt.“ Man sei aber auf gutem Wege. - Lanzrein war anfangs Juli von seinem Amt zurück getreten, nachdem der Schlussbericht über die Kostenerhöhungen beim Bärenpark publik geworden war. (mai)