Ausbau des Bahnhofs Bern rückt näher

Ausbau des Bahnhofs Bern rückt näher

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Der erste Schritt zum Ausbau des Bahnhofs Bern rückt näher: Die SBB und der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) reichen nächste Woche das Plangenehmigungsgesuch beim Bund ein. Zum Projekt gehören ein neuer Tiefbahnhof für den RBS und zusätzliche Zugänge zum SBB-Bahnhof.

Täglich nutzen rund 260‘000 Reisende den Bahnhof Bern, im Jahr 2030 werden es laut den SBB 375‘000 sein. Schon heute ist die Situation prekär, der ÖV-Verkehrsknoten stösst an seine Grenzen.  Das gilt vor allem für den RBS-Bahnhof. Ein massiver Ausbau soll die Situation entschärfen.

Das Projekt ist aufwendig und komplex. Eines der Kernstücke ist der neue Bahnhof für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Er ist als Tiefbahnhof mit vier 190 Meter langen Gleisen unterhalb der der SBB Gleise zwei bis sieben vorgesehen. Dadurch könnten deutlich mehr und längere Züge ein- und ausfahren als heute, heisst es dazu  in der gemeinsamen Medienmitteilung der Stadt Bern, der RBS und der SBB. Die Kapazität des Bahnhofs werde damit um bis 75 Prozent steigen.  – Der alte RBS-Bahnhof wird aufgegeben.

Derweil wird der SBB-Bahnhof angepasst und ausgebaut: Mit der neuen Unterführung Mitte erhält er einen zweiten Hauptzugang zum Bubenbergplatz und einen weiteren Zugang zur Länggasse. Damit sollen die Passagierströme besser verteilt werden. Zudem planen die SBB, die Perronwand auf Seite des Burgerspitals zu öffnen, um so für mehr Tageslicht in der Perronhalle zu sorgen. Parallel dazu will die Stadt den Bahnhof mit verschiedenen Massnahmen besser zugänglich machen und in seine Umgebung einbinden. Dies geschieht etwa, indem der Verkehr am Bubenbergplatz und auf den Zufahrtsstrassen neu organisiert wird.

Nöchste Woche reichen die SBB und der RBS  beim Bundesamt für Verkehr ihre Auflageprojekte für die erste Etappe des Bahnhofsausbaus ein. Die öffentliche Auflage ist ab Mitte August vorgesehen. Läuft alles nach Plan, starten die Bauarbeiten Anfang 2017 und sind voraussichtlich bis 2025 abgeschlossen. Die Bauarbeiten sind bei laufendem Betrieb vorgesehen.

Laut Medienmitteilung belaufen sich die Gesamtkosten für den ersten Ausbauschritt nach aktuellem Projektstand für den neuen RBS-Bahnhof auf 522 Millionen Franken. Für die Erneuerungen am Bahnhof der SBB wird mit 345 Millionen Franken gerechnet. Die Finanzierung der beiden Bauvorhaben sei gesichert, ist in der Medienmitteilung zu lesen. Noch ausstehend ist allerdings die Finanzierung der Anpassungen im Bereich des neuen Zugangs beim Bubenbergplatz. (mai)