Aus dem eisigen Wind wurde eine kühle Brise

Aus dem eisigen Wind wurde eine kühle Brise

Gefäss: 
Schon lange sind die illegal erstellten Bauten von Hotelier Giusep Fry auf dem Uto Kulm manchen ein Dorn im Auge. Indem der Gipfel des Zürcher Hausbergs neu statt zur Landwirtschafts- zur Erholungszone gehört, werden die Bauten legalisiert. Der Kantonsrat hat dem Richtplaneintrag zugestimmt. Gelöst sind die Konflikte um das Ausflugsziel aber nicht.
 
Mit diesem Entscheid kommt nun der Uto Kulm neu in ein Erholungsgebiet von kantonaler Bedeutung zu liegen. SP und Grüne wollten das Geschäft an die Regierung zurückzuweisen mit dem Auftrag, eine Vorlage auszuarbeiten, die kein Überschreiten des nach Raumplanungsgesetz zulässigen Masses für Bauten und Anlagen zulässt. Gleichzeitig sollte eine Schutzverordnung Üetliberg in Kraft gesetzt werden. Es könne nicht sein, dass illegal erstellte Bauten nachträglich legalisiert werden, sagte Eva Torp (SP, Hedingen). Doch schiesslich entschied sich der Rat gegen eine Rückweisung. Hinter die Richtplanänderung stellten sich SVP, FDP, GLP und ein Teil der EVP.
 
Es sei ein gangbarer und vernünftiger Weg, um die Konflikte zwischen privaten und öffentlichen Interessen zu entschärfen, wurde argumentiert. Dennoch war man sich quer durch alle Fraktionen war einig, dass auf Uto Kulm in den letzten Jahren einiges schief gelaufen ist. Giusep Fry habe eigenmächtig "gewurstelt", die Standortgemeinde als Baubehörde versagt und auch die kantonale Baudirektion habe ihre Verantwortung als Aufsichtsbehörde nicht wahrgenommen. Baudirektor Markus Kägi (SVP) zeigte sich überzeugt, dass mit der Umzonung eine Beruhigung auf Uto Kulm herbeigeführt werden kann. Die Erholungszone sei die einzig richtige und hätte schon längst realisiert werden sollen. Uto Kulm sei im übrigen kein Unikat, betonte Kägi. Mit dem vorgesehenen Gestaltungsplan werde auf Uto Kulm eine saubere Aufteilung zwischen Ausflugs- und Gastrobereich möglich, sagte Kägi weiter. In einem Nutzungvertrag werde zudem festgelegt, was auf Uto Kulm erlaubt ist und was nicht. Das Kontingent der Fahrten würden limitiert und die Helikopterflüge auf zwölf pro Jahr begrenzt.

Nicht klar, ob alles stehen bleiben darf

Mit dem Beschluss des Kantonsrates hat der Hotelier Fry einen Teilsieg erreicht. Gelöst sind die Konflikte damit auf Uto Kulm aber nicht. Der eisige Wind, der den Erweiterungsbauten von mancher Seite entgegen wehte ist damit wohl höchstens zur kühlen Brise geworden. Denn ob die illegal erstellten Rondo-Terrasse und die verglaste Südterasse stehen bleiben können oder rückgebaut werden müssen, darüber wird voraussichtlich das Bundesgericht entscheiden müssen.
 
Der Verein "Pro Üetliberg" kritisierte in einem Communiqué die Umzonung als Zwängerei. Die Richtplananpassung habe den einzigen Zweck, die illegal erstellten Bauten im Nachhinein bewilligungsfähig zu machen. Damit habe der Kantonsrat einseitig zugunsten des Hotelbesitzers entschieden. Dessen Kalkül sei damit völlig aufgegangen. (mai/sda)