Aufwärtsbewegung hält an

Aufwärtsbewegung hält an

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Anzahl erfasster Baugesuche und Baubewilligungen in den ersten sieben Monaten der Jahre 2000 bis 2010.
 
 
Die Zahl der Baugesuche ist im Juli gegenüber dem gleichen Monat im Vorjahr um 8,3 Prozent gesunken. Dafür wurden vom „baublatt“-Bauinfo-Center mehr Baubewilligungen erfasst als vor Jahresfrist, nämlich 4,7 Prozent mehr. Rückläufig sind die Submissionen, welche gegenüber dem Juli 2009 um 33 Prozent zurückgegangen sind. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Arbeitstage in einem Monat sowie zufällige Ausreisser das Monatsergebnis beeinflussen können.
 
Aussagekräftiger ist hingegen der Vergleich der ersten sieben Monate von 2009 mit dem gleichen Zeitabschnitt des laufenden Jahres: Im Siebenmonatsvergleich haben die Baugesuche gegenüber dem letzten Jahr um fünf und die erfassten Baugesuche um 5,8 Prozent zugenommen und liegen damit wieder auf dem Niveau vom Juli 2008, also vor Ausbruch der Wirtschaftskrise. Die Submissionen haben hingegen in den ersten sieben Monaten des Jahres um 1,1 Prozent abgenommen. Sie liegen aber immer noch höher als im Sommer vor zwei Jahren.
 
Die grösste Zunahme an eingereichten Baugesuchen verglichen mit Juli 2009 wurde in den Kantonen Waadt (+ 22,9 Prozent), Glarus (+ 30,7 Prozent) und Schwyz (+ 52,5 Prozent) registriert. Rückläufig war die Zahl der Baugesuche in den Kantonen Genf (- 22 Prozent), Luzern (- 25 Prozent) und Tessin (- 27,6 Prozent). Wie immer sind solche Monatsvergleiche aber mit Vorsicht zu interpretieren, da sie von zufälligen Faktoren beeinflusst sein könnten.
 
Die Baugesuche für Mehrfamilienhäuser verharrten im Juli auf dem selben Niveau wie vor Jahresfrist. Die Gesuche für Einfamilienhäuser nahmen hingegen um 12,5 Prozent ab. Keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist bei den Baugesuchen für Industrie- und Gewerbebauten zu verzeichnen, während die Gesuche für Verkehrsbauten um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben.
 
Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) rechnet zwar, dass die Bauinvestitionen bis Ende Jahr abnehmen werden, doch der KOF-«baublatt»-Indikator (siehe „baublatt“ 31/2010) prognostiziert für das erste Quartal 2011 bereits wieder eine Zunahme im Gesamtbau von nominell 15 Prozent. Gemäss der KOF-Prognose werden sich die Investitionen im Bausektor auf 12 Milliarden Franken belaufen, über die Hälfte davon im Wohnungsbau. Die Aussichten für die Baubranche sind also über das Jahresende hinaus durchaus freundlich. (md)
 
Detaillierte Informationen:
«baublatt»-Bauinfo-Center, 044 724 77 33 oder