Auf dem Weg zum unbemannten Bagger

Auf dem Weg zum unbemannten Bagger

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Teaserbild-Quelle: Bild: Stefan Breitenmoser

An der Baumaschinen-Messe Baumag in Luzern präsentieren verschiedene Hersteller die neueste Vermessungs- und Maschinensteuerungstechnik. Besonders auffallend sind dabei das neue System für Luftbildaufnahmen von Topcon und das Wägesystem von Trimble.

Die Zeiten, in denen man zum Vermessen eines Baugrundes zwei Leute brauchte, sind schon länger vorbei. Und auch die Zeiten, in denen man für das Berechnen der Winkel und das Ausmessen der horizontalen und vertikalen Strecken zwei unterschiedliche Geräte benötigte, gehören der Vergangenheit an. Denn moderne Vermessungsgeräte sind zumeist vernetzt, sei dies über Bluetooth, GPS oder Internet. Sofort können die Daten ins Büro oder auf den Computer geschickt und Geländekarten abgerufen werden.

Dies bedingt aber den Einsatz einer Fernsteuerung, die heute eher einem Tablet gleicht. Waren diese Fernsteuerungen vor wenigen Jahren noch sehr empfindlich und zerbrechlich, so ist an der Baumag in Luzern festzustellen, dass sie allesamt robuster geworden sind. Die neueste Generation der Fernsteuerungen von Trimble funktioniert beispielsweise sogar unter Wasser.

Wie schwer ist der Inhalt der Bagger-Schaufel?

Doch die Fernsteuerungen sind nicht nur robuster und kompakter geworden, sondern vor allem auch einfacher in der Handhabung. So kommt heute der Grossteil der Geräte mit Touchscreen daher. Gleiches gilt für die Software, welche dazu benötigt wird. Immer wieder kommen Zusatzfunktionen auf den Markt, welche das Zeichnen von Bauplänen von Hand mittlerweile überflüssig gemacht haben.

Doch nicht nur die Geräte sind miteinander vernetzt, sondern auch die Maschinen. Heute kann per GPS auf den Zentimeter genau ermittelt werden, ob die Schaufel des Baggers auch richtig positioniert ist und wie tief sie graben muss. Trimble lanciert zurzeit sogar ein Tool, welches zusätzlich zur Position der Schaufel auch gleich noch das Gewicht ihres Inhalts misst. So könnten zukünftig Lastwagen grammgenau beladen werden.

Selbstständiger Bohrer

Bei den Vermessungsgeräten in der Schweiz ist Leica wohl immer noch der beliebteste Hersteller. Doch an der Baumag fällt auf, dass dies in Bezug auf die Maschinensteuerungsgeräte nicht unbedingt stimmt, obwohl auch Leica entsprechende Systeme anbietet. Die Firma Trimble beispielsweise, welche in der Schweiz durch Sitech vertreten wird, ist diesbezüglich einen Schritt voraus. Wohl nicht zuletzt deshalb setzen Avesco und ab März auch Hilti, wie vorgestern bekannt wurde, voll auf Trimble und rüsten alle ihre Geräte und Maschinen mit den entsprechenden Systemen aus. Ziel sei sogar, einen Bohrer zu produzieren, der selber merkt, wo das Loch gesetzt und wie tief gebohrt muss.

Unbemannter Asphaltfertiger

Doch auch Fieldwork respektive Topcon ist in Bezug auf Maschinensteuerung up to date. An der Baumag präsentiert der Hersteller gar das Flugzeug „Sirius Pro“, welches ohne das Erstellen von Bodenpasspunkten exakte Luftbildaufnahmen erstellt und eine Fläche präzise berechnet. Die Kosten dafür dürften für ein mittelgrosses Unternehmen allerdings zu hoch sein.

Was aber mit Maschinensteuerungstechnik heute alles möglich ist, bewies die Fieldwork AG kürzlich auf der A1 in Härkingen: Drei Asphaltfertiger wurden mit einer LPS-Anlage für die Höhenjustierung mit zusätzlicher GPS-Unterstützung zum Steuern der Fahrtrichtung ausgerüstet. Zwar sass auf dem Asphaltfertiger noch ein Arbeiter, die Maschine lenkte sich aber selber und trug die Schichtdecken zentimetergenau auf. Dieses Beispiel zeigt, dass auch der Weg zum unbemannten Bagger nicht mehr allzu weit sein kann. (Stefan Breitenmoser)