Asphalt flickt seine Risse selber

Asphalt flickt seine Risse selber

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Teaserbild-Quelle: Andreas Hermsdorf / pixelio
Selbstheilender Asphalt soll Risse und Schlaglöcher von den Strassen verbannen und Baustellen dezimieren. Das ist die Vision des Ingenieurwissenschaftlers Erik Schlangen von der holländischen Delft University, der einen entsprechenden Strassenbelang entwickelt hat.

 

Andreas Hermsdorf / pixelio
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Scheint die Sonne und wärmt sich der Asphalt auf, kann er sich selbst wieder instand setzen.

 

Schlangen, der sich vor allem mit experimenteller Mikromechanik und selbstheilenden Materialien befasst, setzt dabei auf Asphalt, der zu einem Prozent aus Stahlwolle besteht. Allerdings wird dieses Material nur für die oberste Schicht einer Strasse – zirka 2.5 Zentimeter – verwendet. Scheint nun die Sonne auf die Fahrbahn, erhitzt sich die Stahlwolle, gibt Wärme ab und verflüssigt damit den Asphalt. Risse können sich wieder schliessen.

Nach erfolgreichen Versuchen im Labor, testet Schlangen seinen Strassenbelag nun im Freien, und zwar auf einem 400 Meter langen Teilstück einer still gelegten Autobahn in Holland. Wie die Tests bisher gezeigt haben, hält der Asphalt etwa 20 Jahre. Wird er alle vier Jahre mit einer speziellen Induktionsmaschine versiegelt, verdoppelt sich seine Lebensdauer.

Laut Schlangen hat seine Erfindung noch weitere Vorteile: Weil der Asphalt etwas poröser als herkömmlicher ist, kann das Regenwasser leicht ablaufen. Zudem absorbiert er den Schall. (mai)