Architekten ziehen vors Verwaltungsgericht

Architekten ziehen vors Verwaltungsgericht

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Der Streit um den geplanten Feuerwehrstützpunkt Forsthaus West kommt vor das Berner Verwaltungsgericht: Es muss entscheiden, ob die Beschwerde der Architekten aufschiebende Wirkung auf das Vergabeverfahren hat.
 
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Der geplante Feuerwehrstützpunkt.
 
Die Zürcher Ralph Baenziger Architekten AG legt laut einem Bericht der heutigen Ausgabe der Zeitung „der Bund“ beim Verwaltungsgericht des Kantons Beschwerde ein gegen einen Entscheid der Berner Regierungsstatthalterin Regula Mader. Sie hatte die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde der Architekten gegen die erneute Ausschreibung der Gesamtleitung für den geplanten Feuerwehrstützpunkt verneint. Im Juni gaben dann die Stadtbauten Bern bekannt, dass der Feuerwehrstützpunkt nicht wie vorgesehen 35 Millionen Franken kostet, sondern mit rund 54 Millionen zu Buche schlagen wird. Wenig später erklärte der Chef der Stadtbauten Bern (Stabe) Rudolf Lanzrein gegenüber dem „Bund“, dass man auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Architekten verzichte. Man habe mit Baenzigers Kostenmanagement keine Sicherheit mehr, monierte er. In der Folge wurde die Realisierung der Pläne neu ausgeschrieben.
 
Nun wehren sich die Architekten gegen die Neuvergabe. Wie dem Artikel weiter zu entnehmen ist, sehen sie sich vom Submissionsverfahren ausgeschlossen, sie bezweifeln, dass die Zusammenarbeit rechtmässig beendet wurde und machen Urheberrechte geltend. Derweil hat das Regierungsstatthalteramt in der Sache noch nicht entschieden und keine aufschiebende Wirkung verfügt. Die Beschwerde habe keine grossen Aussicht auf Erfolg wird die mittlerweile zurückgetretene Regula Mader im Artikel zitiert.

Zivilrechtliche Klage

Für die Architekten sieht die Lage anders aus. Sie sind laut „Bund“ der Ansicht, dass weder öffentlich noch private Interessen einer Sistierung der Ausschreibung im Weg stehen, bis über den eigentlichen Inhalt der Beschwerde entschieden worden ist. Ende September hätte der Zuschlag für die Feuerwehrkaserne gemäss Plan des Stabe vergeben werden sollen. Der Zuschlagentscheid wurde laut Artikel auf ein unbestimmtes Datum im vierten Quartal vertagt. Nebst der öffentlich-rechtlichen Klage werde die Ralph Baenziger Architekten AG noch eine zivilrechtliche Klage einreichen.

Ruf nach einem Stadtbaumeister

Die Fall der Feuerwehrkaserne sorgte im Berner Parlament für Unmut und für Vorstösse. Die SP-Stadträtin Gisela Vollmer reichte unter anderem in diesem Zusammenhang diesen Frühling einen Vorstoss ein, indem sie nach einem Stadtbaumeister verlangt. Nach dem Weggang von Ueli Laederach sei der Gemeinderat nicht mehr bereit gewesen, die Stelle mit einer Fachperson aus dem Architekturbereich zu besetzen, schreibt sie unter anderem in ihrem Vorstoss. Ueli Laedrach trat Ende 1999 von seinem Amt zurück. Mit der Schaffung des Stabe war nämlich der Posten des Stadtbaumeisters aufgehoben worden. - Laut dem „Bund“ ist der Vorstoss allerdings noch immer hängig. (mai)