Arc-Award 2016: Ein Sieg für die städtebauliche Qualität

Arc-Award 2016: Ein Sieg für die städtebauliche Qualität

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Teaserbild-Quelle: Roland Bernath, Zürich

In loser Folge stellen wir die Siegerprojekte des Arc-Awards 2016 vor. Den Anfang macht die Kategorie «Wohnbauten»: Eine Wohnsiedlung in Zürich und eine Überbauung in Basel sind von der Jury mit Edelmetall ausgezeichnet worden. Beide Projekte überzeugen durch ihre städtebauliche Qualität.

Gold für die Wohnüberbauung «Brüggliäcker» vom Büro BS+EMI Architektenpartner aus Zürich, Silber für den «Neubau Wohnungen Sempacherstrasse» der Architekten Miller & Maranta aus Basel – das sind die Arc-Award-Gewinner in der Wettbewerbskategorie «Wohnbauten». Die beiden Siegerprojekte haben sich gegen 127 andere Wettbewerbsbeiträge durchgesetzt.

Die von ETH-Professor Sacha Menz präsidierte Jury strich insbesondere die städtebaulichen Qualitäten der Bauvorhaben hervor: Sie zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie sich nahtlos in ihre Umgebung einfügen. Die Entscheidung, zwei Überbauungen als Sieger zu küren, kann zudem als Statement für eine kluge, dem Ort angemessene Verdichtung verstanden werden. Schliesslich gab es unter den eingereichten Beiträgen auch mehrere gelungene Einfamilienhäuser wie etwa das Betonhaus «Caviano» der Wespi de Meuron Romeo Architekten AG, das «nur» mit einer Nomination gewürdigt wurde.

Aufwertung eines ganzen Quartiers

Die goldprämierte Wohnsiedlung Brüggliäcker befindet sich am Übergang der Zürcher Quartiere Oerlikon und Schwamendingen. Die Jury lobt, dass es den Architekten gelungen sei, mit ihrem Werk einen Übergang zu schaffen zwischen einem kleinteiligen Einfamilienhausquartier auf der einen, und langgestreckten Zeilenbauten auf der anderen Seite.

Gleichzeitig wertet die neue Siedlung, die 67 Wohnungen bietet, die Lebens- und Wohnqualität in einem Quartier auf, das nicht eben zu den privilegiertesten der Stadt gehört.

Viel Privatsphäre trotz hoher Dichte

Der Neubau an der Sempacherstrasse in Basel liegt in einer historischen Blockrandstruktur. Er besteht aus einem fünfgeschossigen Gebäude aus Sichtbeton und einem viergeschossigen Wohngebäude. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury den respektvollen Umgang der Architekten mit der städtebaulichen Situation im Basler Gundeliquartier. «Die differenzierte Gestaltung der Gebäude bezüglich Wohnorganisation, Orientierung, Materialität sowie die Freiraumaufwertung des Hofbereiches mit Grünflächen sind überzeugend», heisst es im Jurybericht.

Zudem beweist das Wohngebäude, dass bauliche Dichte kein zwingendes Hindernis ist, um den Bewohnern ein hohes Mass an Privatsphäre zu bieten. (mrm/bauwelt.ch)