Arbonia Forster mit Verlust

Arbonia Forster mit Verlust

Gefäss: 
Wertberichtigungen und Veräusserungsverluste belasten das Konzern-Ergebnis der AFG Arbonia-Forster-Holding AG. Der Verlust beträgt –74,5 Mio. Fr.  Ohne diese Sonderereignisse wäre ein Gewinn von 21.0 Mio. Fr. erzielt worden. Die strategische Neuausrichtung sieht der Konzern durch operative Fortschritte bestätigt.
 
Bereinigt um die Sondereffekte resultiert gegenüber dem Vorjahr ein höheres EBIT von 45,4 Mio. Fr. bzw. 3,5% des Nettoumsatzes. Auf die Ausschüttung einer Dividende wird verzichtet. Laut Geschäftsleitung liegt der Umsatzrückgang von 4,3% auf 1281 Mio. Fr. im erwarteten Rahmen. Währungs-, devestitions- und akquisitionsbereinigt beläuft sich der Rückgang auf 2,1%,  auf 1289 Mio. Fr. 

2012 - ein schwieriges Jahr

Die konjunkturellen Entwicklungen in Europa, verschärfte Wettbewerbsbedingungen mit Druck auf Preise und Margen infolge von Billigimporten sowie negative saisonale Effekte auf dem Bau drückten auf den Umsatz. Die Wertberichtigungen und Veräusserungsverlusten, welche die Konzernrechnung mit 99.1 Mio. Fr. (Vorjahr CHF 73.0 Mio. Fr.) belasten, entstanden durch den Verkauf des britischen Sanitärunternehmens Aqualux, der Warendorfer Küchen und des Corporate Centers sowie durch die voraussichtlichen Buchverluste aus der Anfang 2013 angekündigten Veräusserung des Forster Kühltechnikgeschäftes.  Mitverantwortlich sind zudem Wertberichtigungen Geschäftsbereich Präzisionsstahlrohre und bei der Division Oberflächentechnologie.
 
Im Wesentlichen wurde das Geschäftsjahr 2012 dafür genutzt, die Neuausrichtung voranzutreiben. Erste Erfolge konnten laut AFG bereits erzielt werden. Darunter fallen deutliche Einsparungen im Materialeinkauf (5 Mio. Fr.), Produktivitätssteigerungen (4.2 Mio. Fr.) und einer gemäss dem Unternehmen "eine signifikante Senkung der Fehlerquote" (2.5 Mio. Fr.).

Expansion und Zukunftsinvestitionen

Diesen Februar wurde der Vertrag zur Übernahme von Dobroplast, einem führenden polnischen Fensterhersteller, unterzeichnet. Damit soll die Division Fenster und Türen ncht nur ein Standbein im Markt Polens erhalten, sondern auch eine Basis für eine weitere Expansion in Richtung Deutschland und in die osteuropäischen Märkte. In der Schweiz investierte die AFG 30 Mio. Fr. in den Ausbau der Türen-Fertigung der RWD Schlatter und in 40 Arbeitsplätzen in Roggwil.
 
Die Bilanzsumme der AFG per 31. Dezember 2012 ist vor allem wegen der Verkäufe von nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteilen und Wertberichtigungen auf 1143.6 Mio. Fr. gesunken. Wegen Wertberichtigungen und Veräusserungsverlusten ist auch die Eigenkapitalquote per Bilanzstichtag auf 38.1% gesunken. Die AFG geht davon aus, dass die Eigenkapitalquote nach der Portfoliobereinigung relativ rasch wieder auf 40 bis 50% steigen dürfte. Mit flüssigen Mitteln von 261.3 Mio. Fr. bleibt die AFG weiterhin solide finanziert.

Umsatzrückgänge bei den einzelnen Divisionen
und schwieriger starker Franken 

Die Division Heiztechnik und Sanitär verzeichnete einen Umsatzrückgang von 5.4% bzw. bereinigt von 0.3% auf 456.2 Mio. Fr.. Schwierig war das Marktumfeld vor allem in den süd-europäischen Exportmärkten, während in der Schweiz, in Frankreich und in Russland ein erhöhtes Wachstum verzeichnet wurde. 
 
Die Division Küchen und Kühltechnik musste einen Umsatzrückgang um 4.0% bzw. bereinigt um 3.8% auf 247.2 Mio. Fr. hinnehmen. Das Küchengeschäft leidet trotz des hohen Bauvolumens in der Schweiz unter anhaltend hohen Einfuhren von Konkurrenzprodukten aus dem Ausland, die insbesondere im Objektgeschäft Preise und Margen stark unter Druck setzen. Mit dem Zusammenschluss der Schweizer Küchenaktivitäten in der AFG Küchen AG konnten in Chur, Bern, Muttenz und Lausanne-Bussigny die ersten regionalen Drei-Marken-Küchenzentren von Piatti und Forster Stahlküchen eröffnet werden. Warendorfer Küchen wird als Handelsprodukt vertrieben.
 
Die Division Fenster und Türen verzeichnete mit 396.0 Mio. Fr. (–2,6%) einen  Umsatzrückgang.  Dieser ist auf den zunehmenden Importdruck und den starken Franken zurückzuführen. Die wachsende Nachfrage nach Holz- und Holz-/Aluminiumfenstern führte erneut zu Kapazitätsproblemen in der Produktion. Die Kälteperiode zu Beginn des letzten Jahres und der frühe Wintereinbruch im Dezember trugen zum Umsatzrückgang bei. 
 
Die Division Stahltechnik hat die beiden Geschäftsbereiche Profilsysteme und Präzisionsstahlrohre organisatorisch entflechtet. Auch die Umsatzentwicklung war in beiden Bereichen vom anhaltend starken Franken betroffen. Der Divisionsumsatz liegt mit 129.1 Mio. Fr. um 8.1% tiefer als im Vorjahr. Die Entwicklung der Profilsysteme verlief insgesamt auf Vorjahresniveau mit positiven Impulsen in Asien und Frankreich sowie Abschwächungen in Deutschland, Italien und Osteuropa. 
 
Mit einem Umsatz von 64.7 Mio. Fr. verzeichnete die Division Oberflächentechnologie ein leichtes Wachstum von 1.8% bzw. von 0.6% bereinigt. Die neue Fabrik im chinesischen Changshu konnte im März 2012 planmässig eröffnet werden und wird nun hochgefahren. (mai/mgt)

 

Wechsel im Verwaltungsrat

Georg Früh, seit April 2010 Mitglied des Verwaltungsrats der AFG, stellt sich an der kommenden Generalversammlung vom 19. April 2013 nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Am 19. Februar 2013 trat Verwaltungsratspräsident Paul Witschi aus dem Verwaltungsrat zurück. Entsprechende Nominationsvorschläge werden an der Generalversammlungunterbreitet. (mai/zvg)