Arbeitslosenquote steigt auf 2,9 Prozent

Arbeitslosenquote steigt auf 2,9 Prozent

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Mehr Arbeitslose im Gastgewerbe, in der Hotellerie und auf dem Bau: Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Oktober den vierten Monat in Folge zugenommen. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,8 Prozent im September auf 2,9 Prozent. Saisonale Gründe haben die Arbeitslosenzahlen im Gastgewerbe, in der Hotellerie und im Bau deutlich ansteigen lassen. 
 
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Trübe Aussichten in der Baubranhe
 
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) registrierte laut Mitteilung vom Donnerstag im Oktober 125'536 Arbeitslose. Das waren 5189 mehr als im September. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ist im Herbst üblich. Die Zahl der Arbeitslosen liegt aber um 10'358 höher als im Oktober 2011. Zwei Drittel des Anstiegs sind laut Seco auf saisonale Gründe und ein Drittel auf die Konjunkturentwicklung zurückzuführen, wie Oliver Schärli vom Seco auf Anfrage erklärte.
  
Saisonale Gründe
 
Die Tourismuskantone Graubünden und Wallis verzeichneten daher einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. In Graubünden wurden innert Monatsfrist 0,5 Prozent mehr Arbeitslose gezählt (Arbeitslosenquote von 1,8 Prozent) - im Wallis 0,4 Prozent mehr (Quote: 3,3 Prozent).
  
Erwartungsgemäss war im Oktober das Gastgewerbe mit knapp 18'000 registrierten Arbeitslosen von allen Berufsgruppen am stärksten betroffen. Im Handel und Verkauf wurden weitere knapp 15'000 Arbeitslose ausgewiesen. Im Dienstleistungssektor wurden insgesamt fast 88'000 Arbeitslose registriert.
  
Deutlich geringer war die Zahl der Arbeitslosen in der Industrie mit rund 24'600. In den letzten Wochen häuften sich allerdings Meldungen von Unternehmen, die zahlreiche Stellen streichen wollen. Dazu zählen etwa das Chemieunternehmen Lonza oder der Elmex-Hersteller Gaba und auch die Grossbank UBS.
  
Westschweiz stark betroffen
 
Zugenommen hat die Arbeitslosigkeit insbesondere in der Westschweiz und unter Ausländern. Überdurchschnittliche Arbeitslosenzahlen zwischen 3,2 Prozent (Jura) und 5,0 Prozent (Genf) weisen sämtliche Westschweizer Kantone und das Tessin (4,4 Prozent) aus. Ebenfalls über dem Schweizer Mittel liegen Zürich (3,0 Prozent) und Basel-Stadt (3,6 Prozent).
 
Demgegenüber ging im Oktober die Jugendarbeitslosigkeit leicht zurück, nachdem weitere Schulabgänger des Sommers eine Arbeit gefunden haben. Für das laufende Jahr rechnet das Seco mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent. 2013 dürfte die Quote auf 3,3 Prozent ansteigen. Dies würden rund 15'000 zusätzliche Arbeitslose bedeuten, hiess es beim Seco. Der Grund dafür sei die Schwäche der Weltkonjunktur. Der Schweizer Arbeitsmarkt bleibe stabil und integrierend. (sda)