Arbeitsbedingungen für Jugendliche: Schweiz hat die Nase weit vorn

Arbeitsbedingungen für Jugendliche: Schweiz hat die Nase weit vorn

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Was die Arbeitsqualität für junge Berufsleute in Europa anbelangt, hat die Schweiz die Nase weit vorn. Sie rangiert europaweit an zweiter Stelle. Am besten haben es Jugendliche in Dänemark, das skandinavische Land belegt den ersten Platz. Dies zeigt der aktuelle Jugendarbeitsmarktindex (KOF Youth Labour Market, YLM) der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF).

Der aktuelle Index umfasst die Jahre 2008 bis 2014 und berücksichtigt neben den oftmals verwendeten Indikatoren wie jene der Jugendarbeitslosigkeit auch Faktoren wie Arbeitsbedingungen, Bildungssystem oder der Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt.

Er spiegelt die wirtschaftliche Situation vieler europäischer Länder wider: Der Index zeigt dass sich fast überall die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche verschlechtert hat. Deutliche Verschlechterungen erlebten laut KOF etwa Irland, Italien, Griechenland, Spanien und Zypern. Verbesserungen gab es lediglich in der Schweiz und Norwegen. Norwegen rangiert wie alle skandinavischen Länder – ausser Schweden – sowie Deutschland Österreich und den baltischen Staaten unter den ersten zehn oder vielmehr auf Platz sechs. -

Im letzten Index hatte die Schweiz noch Platz eins belegt, nun ist sie von Dänemark überholt worden. Dennoch bestätige die Schweiz  die insgesamt sehr guten generellen Bedingungen, heisst es dazu in der Medienmitteilung der KOF. Zumal ihr Indexwert auf einer Skala von 1 bis 7 bei 5.7 Punkten liegt und damit einen Punkt über dem europäischen Durchschnitt. Dänemarks Wert beläuft sich auf 5.74.

Auch wenn die Schweiz gut dasteht, wirkt sich auch hier die Wirtschaftslage auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche aus: Die KOF stellte Verschlechterungen in den Bereichen Leichtigkeit des Arbeitsmarkteintritts und vor allem bei den Langzeitarbeitslosenquote und der Teilzeitarbeit fest. Dieser letzte Aspekt könnte gemäss KOF auch im Anstieg der Zahl der Praktika begründet sein, die junge Personen absolviertem, bevor sie einen langfristigen Vertrag unterschreiben können. (mai/mgt)