Arabischer Investor will neues Belgrad aus dem Boden stampfen

Arabischer Investor will neues Belgrad aus dem Boden stampfen

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Teaserbild-Quelle: pd

Belgrad erfindet sich offenbar neu. Ein Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will am rechten Save-Ufer der serbischen Hauptstadt ein riesiges Projekt verwirklichen.

Eine glitzernde Neustadt ist scheinbar das Ziel, das Vizeministerpräsident Aleksandar Vučić zusammen mit Mohamed Alabbar, dem Vorsitzenden der Emaar Properties aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, verfolgt. Wie die NZZ schreibt, waren bereits im März dreidimensionale Computermodelle des gigantischen Projekts namens „Beograd na vodi“ aufgetaucht, die aber niemand ernst genommen habe. Aber nun sind Kräne auf dem 180 Hektaren grossen Gelände am rechten Save-Ufer aufgetaucht. Sie grüben die uralten Eisenbahnschienen aus dem Boden. Ausserdem würden illegal erstellte Hallen abgebrochen, und den in der städtischen Brache lebenden Mietern sei auf Frühjahr nächstes Jahr gekündigt worden. Vučić meint es also ernst.

Ein gläserner Riesenturm

Mohamed Alabbar hat Belgrad eine Investition von drei Milliarden Dollar und 20 000 Arbeitsplätze versprochen. Kernstück des Projekts ist ein 200 Meter hoher Glasturm, der das neue Wahrzeichen der Stadt werden soll. Laut NZZ kommt ganz in der Nähe des Turms eine riesige Shoppingmall zu stehen – mit einer Fläche von 140 000 Quadratmetern die grösste auf dem Balkan. 60 Prozent der Bauten sollen zum Wohnen genutzt werden. 14 000 neue Einwohner würden darin Platz finden. 30 Prozent der Gebäude sind für kommerzielle Zwecke reserviert. Die Planer rechnen mit 12 700 Büroarbeitsplätzen. Als Erholungsräume sollen eine fast zwei Kilometer lange Promenade am Fluss und ein 37 Hektaren grosser „Zentralpark“ dienen.

Damit ist die Umgestaltung jedoch noch nicht abgeschlossen. Denn auch der Hauptbahnhof soll verlegt werden, und zwar nach Süden, wo vor 40 Jahren der Bahnhofbau Prokop begonnen, aber nie vollendet wurde. Neu-Belgrad soll des Weiteren einen neuen Busbahnhof erhalten.

Ob das Projekt jemals verwirklicht wird, steht aber noch in den Sternen. Denn laut NZZ ist es ein Merkmal der Stadt, dass immer wieder grosse Projekte begonnen, aber kaum je abgeschlossen werden. (pd/mt)