Apokalypse an der Themse

Apokalypse an der Themse

Gefäss: 
Grauer Dunst liegt über London. Staub ist allgegenwärtig. Häuser verbergen sich hinter Baugerüsten, eine Fassade fällt in Zeitlupe in sich zusammen. Dieses düstere Bilder der britischen Metropolo zeichnet ein faszinierender Aniamtionskurzfilm.
 
 

MEGALOMANIA from Jonathan Gales on Vimeo.

Menschen sind keine unterwegs. Haben sie die Stadt verlassen, weil sie zur gigantischen Baustelle wurde oder ist eine Katastrophe der Grund? Diese Frage beantwortet der Kurzfilm «Megalomania» von Jonathan Gales von der Factory Fifteen nicht. Aber diese Ungewissheit macht auch seinen Reiz aus. In erster Linie sind es aber die detaillierten Architekturanimationen und ihre morbide Schönheit, die beeindrucken: das Chaos aus Gerüsten, Kränen und Bauschutt.
 
Als Inspiration diente Gales Giovanni Battista Piranesis Kupferstichserie «Carceri» mit fiktiven Kerkeransichten. Die Blätter zählen zu den bekanntesten Werken des italienischen Architekturtheoretikers und Kupferstechers, der von 1720 bis 1778 lebte. «Die Räume bei den ‚Carceri’ sind mehrdeutig, was Masstab und Anlage betrifft, man könnte sagen, dass ihr Bau unmöglich ist», schreiben Factory Fifteen in einem Text zum Animationsfilm. Dieses Thema habe man angewandt, um auf überhöhte Weise eine riesige Baustelle darzustellen. «‚Megalomania’ ist eine Antwort auf schnellwüchsige Städte, es stellt den Fortschritt überspitzt dar und steigert ihn ins Erhabene.»
 
Gales ist einer der Direktoren des britischen Filmanimationsstudios Factory Fifteen, dessen Spezialgebiet vor allem in der Architektur liegt. Factory-Fifteen-Produktionen wurden immer wieder prämiert, etwa mit dem «Best Architectural 3d Film»-Award (Golden Age). «Megalomania» wurde vergangenes Jahr die Auszeichnung «Best Architectural 3D Image» verliehen. (mai)