Anzahl leerer Wohnungen steigt weiter

Anzahl leerer Wohnungen steigt weiter

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Teaserbild-Quelle: polybazze, Flickr, CC

Per 1. Juni standen in der Schweiz 72'294 Wohnungen leer, 8020 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einer Zunahme um knapp 13 Prozent. Die Leerwohnungsziffer liegt damit bei 1,62 Prozent.

Wie die CS in einer Studie bereits letzte Woche prognostizierte (baublatt.ch berichtete), nimmt die Anzahl leerer Wohnungen auch im laufenden Jahr zu – ein Trend, der bereits seit acht Jahren anhält. Wie aus der Leerwohnungszählung des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht, ist der Anstieg bei den Mietwohnungen mit 13 Prozent am höchsten. Per Stichtag 1. Juni waren 59'724 Wohnungen leer, 7015 mehr als im Jahr zuvor. Die Anzahl leerstehender Eigentumswohnungen nahm innert Jahresfrist um 9 Prozent beziehungsweise 1005 zu, womit 12'570 solcher Wohnungen unbewohnt waren.

Beim Vergleich zwischen Einfamilienhäusern und Neuwohnungen zeigt sich, dass erstere schwieriger «an den Mann» zu bringen sind. Per Stichtag standen 7192 Einfamilienhäuser leer, sieben Prozent oder 450 Häuser mehr als im Vorjahr. Leere Neuwohnungen gab es per Stichtag 10'148. Das sind 99 Einheiten oder ein Prozent mehr.

Erstmals über zwei Prozent

Aufgeteilt nach Grossregionen, ergibt sich in der Ostschweiz und im Tessin eine Leerwohnungsziffer von 2,08 beziehungsweise 2,02 – womit zum ersten Mal seit über 15 Jahren die Zwei-Prozent-Marke überschritten worden ist. Am stärksten war die Zunahme leerstehender Wohnungen im Tessin (plus 0,43 Prozent), gefolgt von der Nordwestschweiz (plus 0,26 Prozent). Den schwächsten Anstieg der Leerwohnungsziffer muss die Grossregion Zürich hinnehmen (plus 0,09 Prozent)

Höchste Leerwohnungsziffer in Solothurn

In den sechs Kantonen Uri, Appenzell Innerrhoden, Graubünden, Glarus, Bern und Schwyz war die Leerwohnungsziffer per Stichtag rückläufig. Im Kantonsvergleich verzeichnet Solothurn mit 2,98 Prozent die schweizweit höchste Leerwohnungsziffer; wie bereits im Vorjahr. Platz zwei und drei belegen Aargau (2,65 Prozent) und Jura (2,56 Prozent). Die tiefste Leerwohnungsziffer weist wie bereits vor einem Jahr der Kanton Zug auf (0,44 Prozent). Nur geringfügig Höher ist sie in Genf und Obwalden (0,53 Prozent beziehungsweise 0,7 Prozent).

Viele leere Dreizimmer-Wohnungen

In allen Wohnkategorien (nach Anzahl Zimmern) nahm der Leerwohnungsbestand zwischen sieben Prozent bei Einzimmerwohnungen und knapp 15 Prozent bei Zweizimmerwohnungen zu. Die meisten leerstehenden Wohnungen haben drei (23'475 Einheiten) respektive vier Zimmer (21'451 Einheiten). (pd/mt)

Hier können Sie Karten und Tabellen zur Leerwohnungsziffer in den einzelnen Kantonen herunterladen.