Anspruchsvoller Umbau des Bahnhofplatzes Winterthur

Anspruchsvoller Umbau des Bahnhofplatzes Winterthur

Gefäss: 
Seit 100 Tagen wird der Bahnhofplatz in Winterthur umgebaut. Die Arbeiten sind laut Stadt bis jetzt zwar im vorgesehenen Zeitrahmen verlaufen, haben sich aber unter anderem im Zusammenhang mit dem Vortrieb des Zulaufkanals als anspruchsvoll heraus gestellt.
 
Die ersten 100 Tage haben die Erwartungen bestätigt, dass es sich beim Umbau des Bahnhofplatzes Süd und dem Bau des neuen Zulaufkanals um ein technisch sehr schwieriges Bauvorhaben handelt. Dies teilt die Stadt Winterthur mit und verweist auf ähnliche Erfahrungen, die bei den Bauarbeiten rund um den Zürcher Hauptbahnhof gemacht wurden.
 
Zurzeit werden im Bereich des Bahnhofplatzes die Betonarbeiten für den Zulaufkanal ausgeführt. Weil gleichzeitig der bestehende, rund zwei Meter hohe Abwasserkanal, der das gesamte Schmutzwasser von Oberwinterthur Richtung Kläranlage Hard leitet, dazu umgebaut und angepasst werden muss, sind diese Arbeiten besonders anspruchsvoll. Gegenwärtig läuft das Abwasser im Abschnitt Bahnhofplatz Süd offen durch die Baugrube. Diese wird bei grösseren Regenfällen kontrolliert überflutet, und die Bauarbeiten werden vorübergehend eingestellt.
 
Die übrigen Abschnitte des Zulaufkanals werden mit bergmännischen Methoden erstellt. Im Abschnitt Gertrudstrasse bis Bahnhofplatz erfolgte am 7. September der Durchstich des ersten Microtunnels. Der Stollen führt unter der Rudolfstrasse, den Gleisanlagen des Hauptbahnhofs und unter dem Coop-City hindurch. An einem zweiten, parallel verlaufenden Stollen wird noch gebohrt. Derzeit befindet sich die Bohrmaschine unter den Gleisanlagen des Hauptbahnhofs. Abgesehen von zwei Zwischenfällen im Bereich der Lagerräume des Coop-City verliefen diese Arbeiten termingerecht und zufriedenstellend, wie es in der Mitteilung heisst.

Schmutzwasserkanal beschädigt

Beim Tunnelvortrieb unter der Technikumstrasse wurde zwischen Neumarkt und Bahnhofplatz der rund 100-jährige Schmutzwasserkanal beschädigt, der an dieser Stelle nur etwa 30 Zentimeter vom neuen Zulaufkanal entfernt liegt. Der Schmutzwasserkanal war in einem wesentlich schlechteren Zustand als erwartet. Zudem fehlte auf der Unterseite die übliche Betonumhüllung fast vollständig. Nach eingehenden Abklärungen kamen die Baufachleute zum Schluss, dass ein weiterer Tunnelvortrieb zu risikoreich wäre. Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb der Microtunnel-Vortrieb eingestellt. Erstellt wird der Kanal nun im Pressvortrieb. Mit einem Kleinbagger im Tunnel wird der Aushub unterirdisch über eine Förderband abtransportiert. Damit wird weniger Druck im Erdreich erzeugt. Um den Abstand zum bestehenden Schmutzwasserkanal zu vergrössern, wurde zudem die Linienführung des neuen Kanals leicht verändert. (mai/sda)