André M. Studer im Architekturmuseum

André M. Studer im Architekturmuseum

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Haus Abt, Hombrechtikon, 1977-79 (Christian Kahl, 2016 / SAM) 1/13

Auf den ersten Blick scheint der Bau japanisch inspiriert. Doch das Haus Abt (Bild) im zürcherischen Hombrechtikon dürfte seine Wurzeln anderswo haben: Die Familie Abt hatte per Zeitungsinserat nach einem Architekten für ein Wohnhaus gesucht und war auf so auf André ­M. Studer gestossen. Dieser entwarf 1977 – aufgrund der Anforderungen der Bauherrschaft – ein Gebäude mit doppeltem Satteldach und viel ­Holz.

1926 in Versailles geboren, in Solothurn aufgewachsen und an der ETH Zürich zum Architekten ausgebildet, nimmt Studer in der Schweizer Nachkriegsarchitektur eine Sonderstellung ein. In seiner markanten Formensprache orientierte er sich unter anderem an den Bauten Frank Lloyd Wrights. Sie fand nicht nur in Wohnhäusern Niederschlag, sondern auch in Kultur- und Spitalgebäuden sowie in mehreren Sakralbauten. Dazu passt, dass sich Studer Ende der 80er-Jahre ­aus dem Architekturgeschehen zurückzog, um sich fortan der Spiritualität zu widmen. Weil er als Individualist wichtigen Architektennetzwerken fern geblieben ist, ist er einer breiteren Öffentlichkeit nur wenig bekannt.

Aber vielleicht ändert dies das Schweizerische Architekturmuseum in Basel: Es ehrt den 2007 Verstorbenen und sein Werk mit einer umfangreichen Sonderausstellung. (mai)

André M. Studer. Vom Mass der Dinge bis 25. September 2016
Schweizerisches Architekturmuseum Basel
Öffnungszeiten. Dienstag, Mittwoch und Freitag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag 11 bis 20.30 Uhr / Samstag und Sonntat 11 bis 17 Uhr
Weitere Informationen: www.sam-basel.org