Andermatt: Massiv höhere Immobilienpreise

Andermatt: Massiv höhere Immobilienpreise

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Seit dem Baustart für Samih Sawiris Ferienresort sind die Immobilienpreise in Andermatt stark gestiegen. Auch Einheimische bekommen dies zu spüren. – Dies zeigen die Resultate des zweiten Teils der vierteiligen Langzeitstudie der Hochschule Luzern zu den Auswirkungen des Baus  des Ferienresorts auf die Urner Gemeinde.

Wie wirkt sich der Bau von Samih Sawiris Ferienresort auf die Gemeinde Andermatt aus? Und wie gehen die Andermatter mit dem Wandel um? Solche Fragen soll eine Langzeit- und Begleitstudie der Hochschule Luzern (HSLU) beantworten, die im Auftrag Gemeinde Andermatt, des Kantons sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco erstellt wird. Die Studie startete vor Beginn der Bauarbeiten und dauert bis 2020. Sie basiert vor allem auf Befragungen der Betroffenen und besteht aus vier Teilen. Nun liegt der Zweite vor. Er geht den demografischen und wirtschaftlichen Einflüssen auf die Gemeinde nach.                   

Die Resultate zeigen, dass die Immobilienpreise zwischen 2006 und 2010 markant angestiegen sind – im Gegensatz zu den Mieten. Laut Studie liess sich während dieser Zeit bei Einfamilienhäusern ein Anstieg von bis knapp 200 Prozent und bei Eigentumswohnungen ein Anstieg von 80 Prozent beobachten. Zum Vergleich: Gemäss Erhebungen des Immobilienberatungsunternehmens Wüest und Partner lag der Preisanstieg bei Einfamilienhäusern im landesweiten Durchschnitt zwischen 2006 und 2010 bei knapp 15 Prozent und bei Eigentumswohnungen bei knapp 20 Prozent. Weil in Andermatt der Wohneigentümeranteil mit 63 Prozent im Vergleich zur übrigen Schweiz eher hoch ist, sind die Veränderungen auf dem Immobilienmarkt auch für Einheimische spürbar.

Laut HSLU liegt auch die wirtschaftliche Wachstumsrate über dem Schweizer Durchschnitt. Kaum erhöht haben sich hingegen die Preise für alltägliche Güter und Dienstleistungen. Die Anzahl Logiernächte hat sich ebenfalls nicht erhöht.

Der dritte Teil der Studie soll nach Inbetriebnahme des Resorts im 2016 folgen und der vierte und letzte nach der Fertigstellung um 2020. Damit untersuche die Studie die subjektive Einschätzung der Bevölkerung über mehr als zehn Jahre und liefere einzigartige Erkenntnisse zu den lokalen und regionalen Auswirkungen touristischer Grossprojekte, teitl dazu die HSLU mit. Die Resultate sollen Behörden und Bauherrschaft als Grundlage für ein steuerndes oder korrigierendes Eingreifen dienen. (mai)