Ambitionierte Basler Spitalplanung

Ambitionierte Basler Spitalplanung

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Für das Universitätsspital Basel (USP) zeichnet sich in den nächsten Jahren ein Finanzierungsbedarf in Milliardenhöhe für Neu- und Umbauten ab. Mit einem von der Regierung genehmigten Masterplan „Campus Gesundheit“ soll nun aufgezeigt werden, in welche Richtung sich das Areal entwickeln soll.
 
Im Bereich Spital-Planung und -Organisation ist in den letzten Jahrzehnten vieles in Bewegung gekommen. Neue Möglichkeiten in Pflege und Behandlung, neue Erkenntnisse zwingen Spitalleitungen dazu, mit einer extrem langfristigen Perspektive an zukünftige Erneuerungen zu gehen. Zum Beispiel bei den Patientenzimmern, wo der frühere Chef des Bundesamtes für Gesundheit, Thomas Zeltner, unlängst für einen Übergang zu Einbett-Zimmern plädierte. Gründe dafür sind weniger Komplikationen durch Ansteckung, weniger Transporte, weniger Übergangspflege, weniger Stress für Patienten und Personal.
 
Auslöser für grundsätzliche Überlegungen im Rahmen eines Masterplans ist die notwendige Sanierung des Klinikums 2 am Petersgraben. Das noch aus den Siebziger Jahren stammende Gebäude habe die Lebensdauer eines Spitalbaus überschritten, wie es an der Medienkonferenz am 8. Juli hiess. Wie sich das Universitäts Spital Basel auf seinem Areal räumlich und baulich entwickeln kann, zeigt ein neuer Masterplan auf.

Klinikum 2 - Sanierung oder Neubau?

Ob das Klinikum 2 saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird, lässt der Masterplan offen. Klären soll dies ein Wettbewerb, der auf Anfang 2012 vorgesehen ist. Dieser soll auf Grundlage des Masterplans auch Aufschluss geben über die künftige Nutzung des gesamten USB-Gevierts in einem städtebaulichen Kontext. Die Ergebnisse werden für 2013 erwartet. Danach soll ein Bebauungsplan ausgearbeitet werden. Voraussichtlich braucht es für das Klinikum 2 als vorübergehenden Ersatz ein Rochadegebäude, das später für einen andern Zweck genutzt werden kann.
 
Eine der Vorgaben des Masterplanes lautet, dass die Spitalgebäude für Behandlung und Pflege weiterhin L-förmig, hauptsächlich entlang der Spitalstrasse angeordnet werden. Für einen allfälligen Klinikum 2-Ersatz wird die maximale Höhe auf 40 Meter beschränkt, obwohl 60 Meter möglich wären. Wie Gesundheitsdirektor Carlo Conti ausführte, ist man auf Grund einer Testplanung zur Erkenntnis gelangt, dass sich die Raumbedürfnisse des USB für die nächsten drei Jahrzehnte auf dem bestehenden Areal befriedigen lassen. Deshalb habe man auch keinen Alternativstandort geprüft.
 
Zwar sei die Weiterentwicklung des USB-Areal eine städtebauliche Herausforderung, räumte Conti ein. Die Nähe zur Universität und zu den Life Sciences seien jedoch von strategischer Bedeutung.

Forschung und Lehre an einem Standort

Die Bereich Forschung und Lehre, sollen definitiv an der an der Schanzenstrasse konzentriert werden. Deswegen ist eine Gebäudehöhe von bis zu 70 Metern vorgesehen. Die Verwaltung bleibt an der Hebelstrasse Die vier denkmalgeschützten Gebäude, die auf dem Areal stehen, sollen unangetastet bleiben. Dazu gehört auch das Klinikum 1.
 
Die heute zur Verfügung stehende Nutzfläche von 106'000 Quadratmetern soll auf rund 123'000 Quadratmeter ausgebaut werden. Der zusätzliche Bedarf von 17'000 Quadratmetern ist ausgewiesen. Laut Spitaldirektor Werner Kübler gebe es praktisch keine freie Ecke mehr.

Grosser Investitionsbedarf

Gemäss dem Masterplan wird in den nächsten rund 20 Jahren mit Investitionen von über einer Milliarde Franken gerechnet. Allein die erste Sanierungsphase mit dem Klinikum 2 und den nötigen Rochadeflächen wird auf 550 bis 700 Millionen Franken veranschlagt. Diese Phase soll 2026 abgeschlossen werden und dem USB zusätzliche 7000 Quadratmeter bringen. (mai/mgt)