Am Wohnen forschen

Am Wohnen forschen

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Das Bundesamt für Wohnungswesen betreibt Wohnforschung. Im aktuellen Programm 2016 bis 2019 will man unter anderem herausfinden, wie die Mietzinse auf ein erträgliches Niveau zu bringen sind und wie man Wohnraum effizient gestalten kann, ohne die Landschaft weiter zu beeinträchtigen.

Seit 1975 betreibt das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) Wohnforschung. Sie soll dazu dienen, die Markttransparenz zu erhöhen und die nötigen Grundlagen für eine Verbesserung des Wohnraumangebots und des Wohnumfelds bereit zu stellen. Im Forschungsprogramm für die Jahre 2016 bis 2019 werden fünf Themenschwerpunkte gesetzt, an denen sich die Forschung orientieren wird.

Der erste Schwerpunkt liegt auf dem Bewahren des funktionierenden Markts. Wie es in einer Mitteilung aus Bern heisst, soll hier dargelegt werden, inwiefern Fehlanreize aufgrund der Marktregulierung zur Wohnungsknappheit beitragen und wie volkswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Anliegen besser vereinbart werden können.

Der zweite Schwerpunkt befasst sich mit den eigentlichen Wohnkosten. Für Menschen mit geringerem Einkommen sind sie teilweise so hoch, dass sie zu übermässigen Einschränkungen bei der Befriedigung von anderen Grundbedürfnissen führen. Die Forscher wollen herausfinden, welche baulichen, finanziellen und organisatorischen Vorkehrungen nötig sind, um dieses Problem zu entschärfen. Auch soll verhindert werden, dass die Wohnkosten zu Lohntreibern werden und so den Industriestandort Schweiz zusätzlich unter Druck setzen. Die Flüchtlingsproblematik wird ebenfalls in diesem Schwerpunkt untersucht, und zwar dahingehend, dass anerkannte Flüchtlinge sowie vorläufig Aufgenommene auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Wie es in der Mitteilung schreibt, müssten sie nicht nur über Bildung und Arbeit, sondern auch über den Wohnungsmarkt in die Gesellschaft integriert werden.

Der dritte Schwerpunkt liegt bei der Verdichtung und der effizienten Nutzung von Wohnraum. Es soll geklärt werden, wie der Bedarf an Wohnraum gedeckt werden kann, ohne das Kulturland und die Landschaft weiter zu beeinträchtigen.

Das vierte Thema ist die Energie respektive das Verringern derselben im Wohnbereich. Wie das BWO schreibt, steht dieser Schwerpunkt im Zusammenhang mit der Energiestrategie 2050 des Bundesrats. Es soll aufgezeigt werden, welche Vorkehrungen zu treffen sind, damit der Energiekonsum sowie der CO2-Ausstoss im Wohnbereich zu tragbaren Kosten reduziert werden kann.

Im letzten Schwerpunkt „Wohnungspolitik innovativ und stufengerecht umsetzen“ geht es schliesslich um ganz konkrete Verbesserungen, die anvisiert werden sollen. Es gehe darum, modellhafte, regionale und lokale Problemlösungsansätze zu unterstützen, zu evaluieren und weiterzuvermitteln, heisst es. (mt/pd)