Altes Projekt neu aufgelegt

Altes Projekt neu aufgelegt

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Ginge es nach dem grünen Basler Landrat Klaus Birchmayr soll der Rheingrund zwischen dem Kraftwerk Birsfelden und der Wettsteinbrücke vertieft werden. Damit soll zusätzlicher Strom generiert werden können. Dies berichtet die „Basler Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgaben.
 
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Wettsteinbrücke in Basel.
 
„Der Energiegewinn durch eine Austiefung wäre enorm“, wird Landrat Klaus Kirchmayr zitiert. Er will den Rheingrund zwischen dem Kraftwerk Birsfelden und der Wettsteinbrücke um 80 Centimeter senken. Man könne mit dieser Massnahme den Strombedarf einer Gemeinde wie Oberwil (BS) während eines Jahres abdecken; und dies mit sauberer Energie. Den Strom lieferte das Kraftwerk Birsfelden. Die laut Birchmayr „grösste Quelle erneuerbarer Energie“ in der Region. Am 15. Oktober hatte er dazu ein Postulat eingereicht.
 
Wie die „Basler Zeitung“ weiss, stehen die Chancen für ein solches Projekt gut. Denn die Idee ist nicht neu, sie war in den 90er Jahren schon einmal aktuell. Allerdings wurde sie – obwohl damals die Behörden das Projekt abgesegnet hatten – nicht umgesetzt. Seinerzeit widersetzten sich insgesamt 13 Umweltverbände dem Vorhaben, von denen zwölf ihre Einsprachen aber wieder zurück zogen. Bloss mit dem Fischereiverband sei man sich nicht einig geworden, sagte Werner Maier, Direktor des Kraftwerks Birsfelden, gegenüber der „Basler Zeitung“. Für Streit hatte das Ausmass der Ersatzmassnahmen gesorgt; es ging um ökologische Ausgleichsprojekte, die den Aushub von insgesamt 300 000 Kubikmeter Material hätten ausgleichen sollen. Die Forderungen hätten die Möglichkeiten gesprengt, so Maier weiter.
 
Heute sind viele der damaligen Forderungen umgesetzt, etwa die Renaturierung der Birs. Deshalb denken Birchmayr und Maier, das die Zeit reif für einen erneuten Anlauf ist. Jedoch will Maier die Sachlage neue beurteilen lassen. Weil sich zuviel verändert habe, könne man das Projekt nicht einfach so übernehmen. Laut Maier muss abgeklärt werden, ob die bestehenden Maschinen den zusätzlichen Belastungen stand halten können. Zudem sollten die sich häufenden Hochwasser mit einberechnet werden. – Wie die „Basler Zeitung“ weiss, reagierten die Umweltverbände, die von Kirchmayr über das Projekt informiert wurden, positiv. So erklärte Urs Chrétien von Pro Natura gegenüber der Zeitung, dass für ihn die Austiefung des Rheins eine gute Alternative zum Bau weiterer Kleinwasserkraftwerke an der Birs sei. Und auch beim Fischereiverband gibt man sich pragmatisch. Der Bedarf an sauberer Energie sei da, deshalb unterstütze er das Projekt unter gewissen Bedingungen, so Urs Campana, Präsident des Basler Fischereiverbandes. Wie Pro Natura fordert aber auch er ausreichende Ersatzmassnahmen. (mai)
 

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