Alpiq: Abschreiber in Milliardenhöhe wegen tiefer Preise im Stromgrosshandel

Alpiq: Abschreiber in Milliardenhöhe wegen tiefer Preise im Stromgrosshandel

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Die Alpiq ist wegen der tiefen Preise im Stromgrosshandel zu einem weiteren Milliardenabschreiber gezwungen. Der Konzern rechnet mit Wertberichtigungen von insgesamt rund einer Milliarde Franken nach Steuern.

Die Wertberichtigung erfolge auf Basis neuer Erwartungen für Marktpreise und Produktionskosten sowie aufgrund des anspruchsvollen regulatorischen Umfeldes, teilte Alpiq heute Freitag mit. Davon betroffen sind hauptsächlich Kraftwerke, insbesondere die Schweizer Wasserkraft und Kraftwerksprojekte, sowie langfristige Bezugs- und Lieferverträge. Ein erneuter Stellenabbau im Zusammenhang mit den neuen Markterwartungen ist aber nicht geplant. Dies erklärte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Alpiq habe bereits Ende 2013 mit einer neuen Strategie und einem Kostensenkungsprogramm auf die neue Marktsituation reagiert, erklärte der Sprecher weiter. Im Zuge dieses Sparprogramms hatte die Alpiq rund 200 Stellen gestrichen, dies, nachdem der Konzern bereits zuvor rund 450 Jobs abgebaut hatte. Im Gesamtjahr 2013 schrieb der Konzern dann wieder 18 Millionen Franken Gewinn, nachdem in den beiden Vorjahren aufgrund von massiven Rückstellungen und Wertberichtigungen Milliardenverluste geschrieben worden waren.

Auch im 2014 dürfte der Konzern tief in die roten Zahlen fallen: Nach neun Monaten (Januar bis September 2014) hatte der Konzern bereits einen Verlust von 21 Millionen Franken vermeldet. Selbst spricht Alpiq von einem 30 Prozent tieferen operativen Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA).

Der angekündigte Abschreiber ist keine Überraschung. Bereits letzten Sommer berichteten Medien, die Unternehmenschefin Jasmin Staiblin liege mit dem Verwaltungsrat im Clinch, weil sie Wertberichtigungen in Milliardenhöhe durchzusetzen versuche. Das ist ihr nun offenbar gelungen. Allerdings steht Alpiq nicht alleine da: Die gesamte Branche ist durch die tiefen Preise und durch die Energiewende unter Druck. So musste etwa die Axpo über den Zeitraum der letzten drei Jahre hinweg rund 2,5 Milliarden Franken abschreiben. Im Geschäftsjahr 2013/14 schrieb der Konzern einen Verlust von 730 Millionen Franken. (mai/sda)