Algorithmen in Sandstein aus dem 3D-Drucker

Algorithmen in Sandstein aus dem 3D-Drucker

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Was wie verspielte Gotik aussieht, ist pure Mathematik: Der Raums aus künstlichem Sandstein, den zwei Forscher vom Institut für Technologie der ETH mit Hilfe eines 3D-Druckers geschaffen haben, gründet auf mathematischen Formeln. Wie das Gebilde entstand, zeigt der Kurzfilm „Digital Grotesque“.
 

Digital Grotesque . Printing Architecture from Digital Grotesque on Vimeo.

 
 
Wer Architekturelemente ausdrucke, wolle natürlich nichts Bestehendes nachbilden, erklärt dazu Benjamin Dillenburger gegenüber dem Onlinemagazin ETHLife. „Mit diesen filigranen Strukturen zeigen wir, dass die Gestaltungsmöglichkeiten einer digital gefertigten Wand schier unbegrenzt sind.“
 
Als Ausgangslage für das extravagante Design dienten äusserst komplexe mathematische Algorithmen: Die Wissenschaftler verfeinerten eine einfache Ausgangsform so stark, bis aus ihr eine vielfältige Form mit über 260 Millionen Facetten entstand, deren Details sich im Bereich von Mikrometern bewegen. Der Bau an sich dauerte laut ETHLife nur einen Tag, das Ausdrucken einen Monat und das berechnen der Form hingegen über ein Jahr.
 
Ausgedruckt wurden die insgesamt 64 Kunststeinblöcke mit einem Drucker, der normalerweise bei der Herstellung von Gussformen für komplexe Metallteile eingesetzt wird. (mai)