AFG kehrt Schweizer Werkplatz den Rücken

AFG kehrt Schweizer Werkplatz den Rücken

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Nach jahrelangen Problemen mit der Tür- und Fensterbau-Tochter Ego Kiefer zieht sich Arbonia-Forster (AFG) mit der Fensterproduktion weitgehend aus der Schweiz zurück. Bis 2018 soll laut AFG-Chef Aexander von Witzleben der Anteil der in der Schweiz produzierten Fenster von drei Viertel auf lediglich 5 Prozent schrumpfen.

„Die Importe aus Deutschland und Österreich belasten unser Fenstergeschäft erheblich“, sagte Interimschef von Witzleben an einer Medienkonferenz am Donnerstag. Er rechnet damit, dass sich die Fensterpreise in der Schweiz darum denjenigen in Deutschland anpassen werden - In Deutschland sind die Preise rund ein Fünftel bis ein Viertel tiefer. In der Schweiz deckten die deutschen Preise gerade noch die Grenzkosten, so von Witzleben. Man stehe bei der AFG

 mit den Produktionskosten mit dem Rücken zur Wand. Bereits Anfang Jahr habe das Management gemerkt, dass AFG so nicht weiter machen könne.

Darum holt der Thurgauer Bauausrüster nun zum Kahlschlag in der Schweiz aus. Die Produktion wird ins Ausland verlagert. Mehrere Werke werden geschlossen, was wiederum Hunderte von Angestellten in der Schweiz ihre Stelle kostet.

Zurzeit arbeiten rund 1400 der 6000 AFG-Angestellten in der Schweiz. Nach dem Umbau wird sich diese Zahl laut dem AFG-Chef auf 1000 verringern. Bei den verbleibenden Stellen verhindere das „grosse Know-how“ derzeit noch eine „Verlagerung über Nacht“, so von Witzleben ausführte.

Ambitionierte Ziele

Mit dem Umbau will AFG laut von Witzleben zum europäischen Marktführer im Fensterbau aufsteigen und den österreichischen Konkurrenten Internorm hinter sich lassen. Im Zuge des angestrebten Totalumbaus der Gruppe muss auch die Holding Federn lassen: Von Witzleben will die Kosten der Verwaltung auf noch die Hälfte der heutigen Kosten eindampfen.

Neben Auslagerungen wird diese Verschlankung weitere Stellen kosten: Das Management peilt einen Abbau von 10 bis 15 Prozent der Holdingmitarbeiter an. Schliesslich sollen noch 15 bis 18 Mitarbeitende für die Holding tätig sein inklusive Konzern- und Finanzchef. (sda/mai)