AFG bekommt einen neuen Chef

AFG bekommt einen neuen Chef

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Rund fünf Monate nach dem überraschenden Abgang von Daniel Frutig hat die Arbonia-Forster-Holding einen neuen Konzernchef gewählt: Der 41-jährige William J. Christensen wechselt aus der Konzernleitung von Geberit nach Arbon TG.

Die AFG bekommt damit auf Anfang November nach einer längeren Suche einen neuen Mann an der operativen Spitze. Der in den USA ausgebildete Christensen verfüge über langjährige nationale und internationale Erfahrung in der Bauzulieferindustrie, teilte AFG am Montag mit. Er solle die AFG zurück auf den Wachstumspfad führen. Eine mehrmonatige Übergangsphase für das Unternehmen endet mit der Wahl Christensens. Ende Februar 2014 hatte Daniel Frutig nach drei Jahren als Konzernchef das Unternehmen per sofort verlassen müssen. Man wolle nach der veränderten strategischen Ausrichtung einen Neubeginn, hiess es damals. Ad interim führt seither Verwaltungsratspräsident Rudolf Graf das Unternehmen, das weltweit 6500 Mitarbeitende beschäftigt.

Von Geberit zur AFG

Christensen ist Schweizer und seit 2004 in unterschiedlichen Funktionen für das Sanitärtechnik-Unternehmen Geberit tätigt. Ab 2006 war er in Chicago für das Nordamerika-Geschäft verantwortlich, später dann für das Marketing der gesamten Gruppe. Seit 2009 sitzt Christensen in der Geberit-Konzernleitung. Man habe bewusst auf einen international erfahrenen, mit den schweizerischen Gegebenheiten aber bestens vertrauten CEO gesetzt, stellte AFG fest. Bei Geberit hiess es, Christensen habe wesentlich zur Internationalisierung des Geschäfts beigetragen und wichtige Initiativen ausserhalb der europäischen Kernmärkte eingeleitet.

AFG weiter im Umbruch

Die AFG befindet sich seit längerem in einer Phase der Umstrukturierung. Der Konzern war von Edgar Oehler auf einen rasanten Expansionskurs gebracht worden. Nach dessen Abgang als Konzernchef und Verwaltungsratspräsident 2011 wurde ein Umbau eingeleitet.

Unter anderem sind seither mehrere Unternehmensteile verkauft worden. Mitte Januar trennte sich AFG vom Küchengeschäft und verkaufte die beiden Sparten Piatti Küchen und Forster Stahlküchen an die deutsche Alno. Seit längerem angekündigt ist die Ausgliederung der STI Group mit weltweit 500 Beschäftigten. In den letzten vier Jahren schrieb die AFG dreimal rote Zahlen. Auch das letzte Woche veröffentlichte Halbjahresergebnis zeigte einen Verlust von 2,6 Mio. Franken. Das Unternehmen räumte unbefriedigende Umsatzentwicklungen in allen Divisionen ein. Der Umstellungsprozess benötige mehr Zeit als prognostiziert. Bei den Analysten stiess die Wahl Christensens auf ein positives Echo. Allerdings stehe der neue CEO nun vor zahlreichen Herausforderungen. (sda)