Ärger beim SBV über Protestpausen

Ärger beim SBV über Protestpausen

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Am Montag verlängerten rund 700 Bauleute in der Region Zürich/Schaffhausen ihre Mittagspause. Sie protestierten für mehr Lohn und fordern eine Lohnerhöhung von 120 Franken pro Monat. Die Protestpause wurde von der Unia organisiert. Darauf reagierte der Baumeisterverband mit einem Abbruch der laufenden Lohnverhandlungen.
 
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Aus Protest wurde die Arbeit erst 45 Minten nach der Mittagspause wieder aufgenommen.
 
Auf über 20 Grossbaustellen in Zürich, Winterthur, Pfäffikon ZH, Schlieren und Schaffhausen nahmen gemäss Unia Bauleute an der Aktion teil. Aus Protest wurde nach der Mittagspause die Arbeit erst mit einer 45-minütigen Verspätung wieder aufgenommen. Die Bauleute und Unia forderten "gerechte Löhne für eine äusserst harte Arbeit". In Zürich trafen sich rund 350 Bauleute zu einem gemeinsamen von der Unia offerierten Mittagessen auf der Baustelle des "Prime Towers". Anschliessend begaben sich die Arbeiter auf einen Protestmarsch über die derzeit gesperrten Fahrspuren der Hardbrücke bis zum Escher-Wyss-Platz. Die Protestaktionen seien ein deutliches Signal an die Baumeister, dass bessere Angebote folgen müssten, sagte dazu Roman Burger, Geschäftsleiter der Unia-Sektion Zürich. Das Baugewerbe habe trotz Wirtschaftskrise eine sehr hohe Wachstumsdynamik, begründete die Gewerkschaft ihre Forderung nach höheren Löhnen.

Ärger beim Baumeisterverband

In der Folge sah sich der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) gezwungen die laufenden Lohnverhandlungen abzubrechen. Dies ist einer Pressemitteilung des SBV zu entnehmen. Die Unia habe mit ihrem Aufruf zu Protestpausen auf Grossbaustellen und der angekündigten verspäteten Arbeitsaufnahme am Nachmittag diesen Verhandlungsabbruch provoziert. Weiter schreibt der SBV, die Wiederaufnahme von Lohnverhandlungen werden von klaren Bedingungen abhänigig machen. Der SBV verurteile diese Provokation und Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen. Weiter moniert der Verband, dass die Unia damit denjenigen SBV-Mitgliedern Auftrieb gebe, die auf eine Nullrunde zielten und gefährde mit ihrer „unüberlegten Aktion“ die Lohnerhöhung 2010 ernsthaft.
 
Für die Unia ist ein Verhandlungsabbruch unverständlich. Das habe nichts mit den Tatsachen zu tun, kontert sie in einer Medienmitteilung auf den Abbruch der Lohnverhandlungen. Es dränge sich der Verdacht auf, dass der SBV nach einem Vorwand suche, ein schlechtes Lohnangebot zu machen.

Bedauern bei der Syna

„Die Syna bedauert den einseitigen Abbruch der Lohnverhandlungen seitens des Baumeisterverbandes“, so die Syna in ihrer Medienmitteilung anlässlich des Verhandlungsabbruchs des SBV. „Dies insbesondere weil die Sozialpartnerschaft, die vor rund einem Jahr nur unter grossen Vermittlungsstrengungen von Bundesrätin Doris Leuthard wieder hergestellt werden konnte, erneut gefährdet ist“, heisst es weiter. Das schweizerische Baugewerbe habe im Gegensatz zu den schweizerischen Industriebetrieben eine nach wie vor gute Auftragslage, die es auch ermöglicht, dass den Bauleuten eine faire Lohnherhöhung für 2010 bezahlt werden könne. Provokationen, von welcher Seite auch immer, nützten zum aktuellen Zeitpunkt weder der Sozialpartnerschaft nch den Arbeitnehmern im Baugewerbe. (mai/sda)