Ältester Sakralbau in Basel saniert

Ältester Sakralbau in Basel saniert

Gefäss: 

Die St.-Alban-Kirche hat Glück, dass sie noch steht, in den sechziger Jahren hätte man sie um ein Haar abgerissen. Wie durch ein Wunder blieb sie in dieser rückbauwütigen Zeit verschont. 2012 wurde sie saniert und erstrahlt nun, nach über 1000-jährigem Bestehen, in neuem Glanz.

Um dieses über tausendjährige Gebäude wäre es jammerschade gewesen. Denn die Kirche hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich: Initiiert wurde deren Bau vom Basler Burkhard von Fenis, errichtet wurde sie 1083. Die Kirche durchlief mehrere Um- und Aufbauphasen, zuerst, infolge eines Erdbebens 1356, dann im 15. Jahrhundert wegen eines Stadtbrandes. Im 19. Jahrhundert erfolgte ein grosser Umbau: Der bekannte Basler Architekt und Baumeister Johann Jakob Stehlin der Jüngere riss das südliche Seitenschiff ab und verkürzte das Langhaus um die Hälfte.

Vom nagenden Zahn der Zeit blieb das Gotteshaus trotz all dieser Erneuerungen nicht verschont. Neben Lochfrass und Korrosion in Kupfer-, Blech- und Eisenblechteilen hatte sich der Fassadenputz grossflächig gelöst. Sandsteinpartien waren zerfallen, auch regnete es aufgrund undichter Fenster herein. Kurzum: eine Sanierung war dringend nötig. Die Besitzerin der Kirche, die Evangelisch-Reformierte Kirche Basel-Stadt (ERK BS) beauftragte man die Münsterbauhütte, die allem die historische Bausubstanz erhalten sollte.

Während der Renovation stiess man immer wieder auf wertvolle Funde: auf Malereien aus der Zeit des Wiederaufbaus 1356, auf ein gotisches Lanzettfenster oder auch auf ein Mauerstück an der Nordseite der Kirche. Diese Steine sind die einzigen Überreste des Gebäudes aus dem 11. Jahrhundert. Doch das Mauerstück ist hinter der neuen Fassade verschwunden. Denn es geht darum, die Kirchengestalt aus dem 19. Jahrhundert zu erhalten. «Sie soll so aussehen, wie Stehlin der Jüngere sie uns hinterlassen hat», erklärt Münsterbaumeister Andreas Hindemann.

Man verwendete nur Baumaterial, das man auch damals verwendet hatte. Jeden intakten Dachziegel habe man einzeln gereinigt, so Hindemann gegenüber der Baz.  «Schadhafte Stellen wurden ausgeschlagen und mit Mörtel aufgefüllt. Bei den Fenstern wurde die Bleiverglasung aufwendig saniert.

Die Renovationskosten belaufen sich auf rund vier Millionen Franken. Der Kanton bezahlte rund 2,6 Millionen Franken, der Bund 800'000 Franken. Für den Restbetrag kamen die ERK BS auf sowie die Serbisch-Orthodoxe Kirche. Die Hauptmieterin hält in den Räumlichkeiten der St.-Alban-Kirche seit 1985 Gottesdienste ab. (cet)