ACS schluckt Hochtief

ACS schluckt Hochtief

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Der monatelange Abwehrkampf des deutschen Baukonzerns Hochtief scheint verloren: Die spanische ACS-Gruppe hat über 30 Prozent der Aktien erworben und dürfte an der Übernahme nicht mehr zu hindern sein.
 
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Bereits im März 2007 begann die Übernahmeschlacht um den Hochtief. Die spanische ACS-Gruppe (Actividades de Construcción y Servicios) meldete den Erwerb von 25,01 Prozent der Hochtief-Aktien und kündigte ihre Absicht an, längerfristig den deutschen Bauriesen übernehmen zu wollen. Mit rund 66'000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 22,6 Milliarden Franken bildete Hochtief für die Spanier ein lohnendes Objekt. Zum Vergleich: ACS selbst beschäftigte 2009 146'000 Angestellte, erwirtschaftete aber nur einem Umsatz von 19,4 Milliarden Franken.
 
Im September diesen Jahres blies ACS zur Entscheidungsschlacht. Den Hochtief-Aktionären wurde ein Tauschangebot gemacht: Für fünf Hochtief-Anteilscheine gabs acht ACS-Aktien; kurz darauf wurde auf neun ACS-Aktien nachgebessert. Ein Angebot, welches das Management des deutschen Konzerns als "feindlich" bezeichnete. Als Gegenmassnahme wurde deshalb ein Deal mit einer Staatsholding des Emirates Katar eingefädelt: Diese Übernahm 9,1 Prozent der Hochtief-Aktien, was die Übernahme durch ACS erschweren sollte.
 
Geholfen hat es nichts: Bis Ende Dezember gingen im Rahmen des Tausches 2,4 Millionen Hochtief-Aktien an die spanische Gruppe, die nun gemäss eigenen Angaben 30,34 Prozent des gesamten Kapitals hält. Damit dürfte der Übernahmekampf entschieden sein, denn mit einer Beteiligung von über 30 Prozent kann ACS nun weitere Hochtief-Aktien auf dem freien Markt kaufen und muss kein weiteres, teures Umtauschangebot machen. Bis Ende 2011 will der spanische Konzern so seine Anteile auf über 50 Prozent aufstocken. In einer Medienmitteilung gibt die ACS bekannt, dass man Hochtief nicht zerschlagen, sondern als eigenständiges Unternehmen weiterführen will. Auch ein Stellenabbau sei in Deutschland nicht geplant. (bk)