Abschwächung der Baukonjunktur auf hohem Niveau

Abschwächung der Baukonjunktur auf hohem Niveau

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Nachdem der Bauindex Schweiz noch im zweiten Quartal beinahe die 130er Marke (Basis 1996) erreicht hatte, schwächte er sich im vierten Quartal auf 124 Indexpunkte ab und deutet nun auf eine Normalisierung der Bautätigkeit hin.
 
Insgesamt notiert der Bauindex 1,3 Prozent tiefer als im vierten Quartal des letzten Jahres. Dabei ist nicht klar, ob und wie stark sich die rückläufige Baukonjunktur noch weiter akzentuieren wird. Es zeigt sich jedoch, dass sich die Baukonjunktur zunehmend auf den Tiefbau stützt, dessen Produktionsniveau mittelfristig kaum zu halten sein wird. Im Kommentar zum Bauindex, der durch die Credit Suisse (CS) und den Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) gemeinsam publiziert wird, kommen die Experten der CS zum Schluss, dass die mittelfristig nachlassende Dynamik im Tiefbau, zusammen mit dem gesamtschweizerisch schwächelnden Hochbau, zu einer Trendwende für die gesamte Baukonjunktur führen könne.

Rückgang im Hochbau

Die Bautätigkeit im Wirtschaftsbau hängt von der Investitionstätigkeit der Unternehmen ab. Als Folge der Rezession erwartet man gerade in diesem Bereich der Bauwirtschaft die markantesten Rückgänge. Kurz- bis mittelfristig wird laut CS und SBV auch der teilweise noch von Konjunkturmassnahmen geförderte öffentliche Bau an Dynamik verlieren. Somit reicht der Wohnungsbau mit seiner Steigerung von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal kaum aus, um den Hochbauindex vor einem weiteren Rückgang zu bewahren. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 kann der Wohnungsbau zwar noch 2,65 Prozent zulegen. Als einzige Sparte leistet er damit einen positiven Beitrag zum Hochbauindex. Der gegenwärtige Stand der Baubewilligungen zeigt, dass die Planung von Hochbauprojekten auch im Wohnungsbau rückläufig ist. Für 2010 rechnet man hier mit einem Rückgang der Bautätigkeit von zirka drei Prozent.

Vorläufig noch Dynamik im Tiefbau

Der Rückgang des Tiefbauindex muss nicht bedeuten, dass die Tiefbautätigkeit bereits den Höhepunkt überschritten hat. Dank der grossen Strassenbau-, Bahn- und Wasserbauprojekte bleiben die Tiefbauinvestitionen vorläufig noch auf einem hohen Niveau. Langfristige Grossprojekte, Investitionen im Strassenbau, für den öffentlichen Verkehr und im Energiebereich werden auch weiterhin für ein beträchtliches Produktionsniveau im Tiefbau sorgen. Für das vierte Quartal dieses Jahres wird noch ein Wachstumsbeitrag zum Bauindex von einem Prozent prognostiziert. Dennoch dürften laut dem Kommentar die Tiefbauinvestitionen 2010 im Jahresvergleich etwas abnehmen, auch auf Grund auslaufender grosser Projekte. Zudem erscheint es zweifelhaft, ob die öffentliche Hand das Ausgabenwachstum in diesem Ausmass noch lange wird durchhalten können. (mai/pd)
 
Der Bauindex Schweiz dient als früher Indikator der Baukonjunktur in der Schweiz. Er prognostiziert den Umsatz im Bauhauptgewerbe für das laufende Quartal. Er basiert unter anderem auf der quartalsweisen Erhebung bei den SBV-Mitgliedern. Anfang Dezember sollen im Rahmen der Quartalsstatistik detaillierte, regionalisierte Kennzahlen sowie umfangreiche Analysen des dritten Quartals von 2009 verfügbar sein.