ABB schliesst mit Gewinnrückgang

ABB schliesst mit Gewinnrückgang

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Trotz Turbulenzen auf den Währungsmärkten und tiefem Ölpreis sieht sich der Industriekonzern ABB für das laufende Jahr gut aufgestellt. ABB-Chef Ulrich Spiesshofer bekräftige vor Journalisten sein Bekenntnis zum Standort Schweiz.

Die Schweiz sei für ABB ein Schlüsselmarkt für Innovationen, sagte er an der Bilanzmedienkonferenz. Das Unternehmen sei in der Schweiz gut positioniert. Eine Verlagerung von Firmenteilen ist nicht geplant, selbst wenn die Volatilität auf den Währungsmärkten anhält.

Wichtiger als der Schweizer Franken ist für ABB der Dollar, die Berichtswährung des Konzerns. Etwa die Hälfte der Geschäfte schliesst ABB in Dollar ab, die Produktionskosten fallen aber in anderen Währungen an. Ein steigender Dollar hat darum insgesamt für ABB einen positiven Effekt auf die Margen. Bleibe die aktuelle Währungssituation stabil, so sei in den kommenden Quartalen aber weiterhin mit negativen Auswirkungen auf die Umsatz- und Auftragszahlen zu rechnen, hiess es.

Zuversichtlich ist ABB für 2015 insbesondere, weil die Auftragseingänge sich positiv entwickelt haben. Ende 2014 lagen sie mit 41,5 Milliarden Dollar um sieben Prozent höher als ein Jahr davor. Die Grossaufträge haben sogar um die Hälfte zugenommen.

Zwar fährt die Öl- und Gasbranche ihre Ausgaben für neue Fördertechnik wegen des tiefen Ölpreises zurück, dafür wirkt das billige Öl auf andere Branchen beflügelnd. Die Entwicklung des Ölpreises nennt ABB in seinem Ausblick als einer der Schlüsseleffekte. Die mittelfristige Prognose aber wird dennoch bekräftigt. Bis 2020 soll der Umsatz durchschnittlich um vier bis sieben Prozent zulegen. Konkret Jahresausblicke nennt ABB jeweils nicht.

Sorgenkind erholt sich

Optimistisch ist Spiesshofer auch, weil sich die Division Energietechniksysteme, das Sorgenkind des Konzerns, langsam erholt. Die kleinste der fünf Sparten wirkte 2014 aber noch bremsend.

Beim Umsatz fiel ABB 2014 um fünf Prozent auf 39,8 Milliarden Dollar zurück. In lokalen Währungen gerechnet hat der Umsatzrückgang zwei Prozent betragen. Auf operativer Ebene (EBITDA) blieben dem Konzern 5,4 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von elf Prozent entspricht. Der Konzerngewinn lag sieben Prozent tiefer bei rund 2,6 Milliarden Dollar.

Die Analysten der Banken hatten mit positiveren Ergebnissen gerechnet. Sie waren vor allem vom Schlussquartal enttäuscht. Der Aktienkurs von ABB rettete sich am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten im Verlauf des Tages aber doch noch ins Plus.

Aktionäre dürften sich ob der in Aussicht gestellten höheren Dividende freuen. Stimmt die Generalversammlung einer Dividende von neu 72 Rappen statt 70 Rappen pro Aktie zu, dann ist das die sechste Erhöhung in Folge. Für Ulrich Spiesshofer ist das Ausdruck der "festen Absicht, die Wertschöpfung nachhaltig zu steigern".

Um sich die Ausschüttung leisten zu können, hat ABB erneut Kosten gespart. Eine Milliarde Dollar waren es im vergangenen Jahr – das ist ebenfalls die sechste Sparrunde in dieser Grössenordnung. (sda)